 | |
Seit dem Einzug der Blumenkinder gilt Ibiza als Ausdruck für Freiheit und Toleranz. Die bunte Mischung aus geballter Lebenslust und schriller Extravaganz, südländischer Mentalität und sanftem Hippietum macht die Insel so populär. Ibizas größter Reiz liegt in seinem puzzlebunten Charakter: An der Ostküste dominiert die lebhafte Hauptstadt Eivissa - an höchster Stelle die alte Kathedrale und im Gassenwirrwarr zu ihren Füßen kultige Szenebars, Diskotheken und Shops mit frecher Mode. Außerdem bietet die Insel mehr als 70 Strände; Calas heißen die pittoresken schmalen Buchten zwischen hohen Felsen. Gourmets entdecken in den winzigen Lokalen von Orten wie Sa Cala de Sant Vicent immer wieder den perfekten Fisch. In Sant Pere de Peralta trifft man sich auf dem Hippiemarkt. Wem das Leben der Küste zu laut, zu schräg, zu hedonistisch ist, findet Ruhe in den Bergen, kann zum Wehrdorf Balàfia wandern oder auch in alten Bauernhöfen, den Fincas, wohnen. Zwischen Steinmauern führt ein guter Weg selbst zum höchsten Punkt der Insel: Sa Talaia mit 475 m. Die Sportiven meistern ihn mit dem Mountainbike! Eivissa Eivissa, die Hauptstadt der Pityusen, ist das kulturelle, soziale und politische Zentrum der Insel. Hier finden sich all die Attraktionen und die schrille Exzentrik, welche die Insel weltberühmt gemacht haben. Auf dem höchsten Punkt der ehrwürdigen Dalt Vila thront die Kathedrale. Darunter schmiegen sich stattliche Patrizierhäuser terrassenförmig an den Stadthügel. Europas am besten erhaltene Festungsstadt ist ein Labyrinth aus engen, verwinkelten Gassen. Es scheint, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Unterhalb der Stadtmauer liegen die beiden pittoresken Stadtviertel Sa Penya und Sa Marina. Tagsüber geht es in der Unterstadt eher verschlafen zu, doch nachts tobt das Leben. Der Passeig Vara del Rei, umgeben von herrschaftlichen Wohnhäusern, ist der Hauptplatz des neuen Eivissa. Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Im exklusiven Sporthafen Marina de Botafoc, auf der anderen Seite des Hafenbeckens, tummeln sich weiße Luxusjachten. Spektakulär von hier ist der nächtliche Panoramablick auf die Altstadt. Ses Salines Die Reserva Natural de Ses Salines im Süden der Insel ist das wichtigste Naturschutzgebiet der Pityusen. An der Platja Ses Salines sind die Strandbars "Sa Trincha", "Jockey Club" und "Malibu" die beliebtesten Treffpunkte. Rund um das legendäre "El Chiringuito" an der Platja des Cavallet sonnt sich das eher freizügig gesinnte Publikum. Auf einer Fläche von 1076 ha dehnen sich lange Sandstrände neben den Teichen für die Salzgewinnung aus. Viele Vögel haben hier ihren Lebensraum. Auch Zugvögel überwintern hier, u.a. zeigen sich im Winter Schwärme pinkfarbener Flamingos über den Teichen. Zahlreiche Pfade laden zu schönen Spaziergängen und Radtouren ein. Fährt man entlang der Salinenbecken, schimmern in der Ferne die Kristalle des großen Salzhügels wie ein Eisberg. Schon zu Zeiten der Karthager diente das weiße Gold den Insulanern als Haupteinnahmequelle. Jährlich werden ungefähr 70000 Tonnen Salz gefördert und vom Hafen Sa Canal aus in die Niederlande und nach Dänemark exportiert. Sa Talaia de Sant Josep Mit 475 m Höhe erhebt sich Sa Talaia als höchster Berg über die gesamte Insel. Sein Namen geht auf die arabischen Besatzer zurück. Ihm zu Füßen liegt das Dorf Sant Josep. Mittelpunkt des Ortes ist die vor einigen Jahren inseltypisch restaurierte Plaça de s' Església. Unter dem über tausend Jahre alten Olivenbaum treffen sich Einwohner und Besucher zum Plauschen. Die einstündige Wanderung zum Gipfel Sa Talaia ist ein eindrucksvolles Naturereignis. Im Schutz schattiger Bäume kommt man an Feldern mit Olivenbäumen und alten Weinstöcken vorbei, aus denen der traditionelle "ví pagés" gekeltert wird. Bei gutem Wetter reicht der Ausblick sogar bis nach Alicante. Dass das dörfliche Leben in Sant Josep noch intakt ist, spürt man insbesondere am Sonntag, wenn sich die Einheimischen auf den Weg in die Kirche machen. Die wuchtige Kirche von Sant Josep wurde um 1730 gebaut und beherbergt einen der schönsten Inselaltäre, geschaffen vom Mallorquiner Peter Bosch. Sehenswert ist auch die aus Holz geschnitzte Kanzel. Santa Gertrudis de Fruitera Eine schmucke Wehrkirche, drumherum eine Handvoll weißer Häuser und eine kleine Hauptstraße, die sich knapp hundert Meter durch den Ort zieht. Ein paar Boutiquen und Lädchen, mittendrin die legendäre "Bar Costa" - das ist der Künstlerort Santa Gertrudis. Künstler und Kenner treffen sich in der Bar natürlich auf ein leckeres "pa amb pernil" (Schinkenbrötchen) und tauschen den neuesten Inselklatsch aus. Bizarr: der Anblick unzähliger Schinkenkeulen, die im Thekenraum von der Decke herabbaumeln. Beeindruckend: die stattliche Bildersammlung in den hinteren Räumen. Da Santa Gertrudis der am zentralsten gelegene Ort der Insel ist, kommt jeder Ausflügler beinahe zwangsläufig an diesem kleinen Dorf vorbei. Ob man im Trödelladen Casi Todo nach antiken Möbeln und allerlei Kuriositäten stöbert, in den beiden Kunstgalerien Can Daifa und Libro Azul vorbeischaut, ein "pa amb pernil" oder ein stilvolles Abendessen am Kirchplatz genießt: Santa Gertrudis ist einfach Kult! Balàfia Die historische Siedlung Balàfia unweit des Dorfes Sant Llorenç ist das besterhaltene Wehrdorf Ibizas. Der Komplex von fünf eng zusammenstehenden weißen, kubenförmigen Bauernhäusern (cas pagés) ist ein Musterbeispiel für die ursprüngliche bäuerliche Architektur Ibizas. Das traditionelle cas pagés geht auf die Bauweise der Araber zurück und ist das Wahrzeichen der Insel. Die klare Schönheit des aus mehreren Kuben zusammengesetzten Hauses entsprang dem Gefühl für Zweckmäßigkeit und Klima - eine Ästhetik, die bedeutende Architekten und Designer wie Le Corbusier, Josep Lluís Sert und den Bauhausgründer Walter Gropius inspirierte. Die drei Wehrtürme der Siedlung vergegenwärtigen die Bedrohung, die im 16. Jh. von den Piraten ausging. Das Fischgrätenmuster der rotbraunen Türme, die mit Kalk aufgemalten Kreuze gegen böse Geister, die meterdicken Schutzmauern entlang schmaler Gässchen, Getreidemühlen, Ölpressen, Backöfen und Zisternen machen Balàfia zu einem wahren Schatzkästchen. Sant Carles de Peralta Das kleine Straßendorf gilt als Keimzelle des Flower Power. In der "Bar Anita’s" trafen sich Mitte der 1960er-Jahre die auf Ibiza lebenden Hippies. Bis heute hat sich das Lokal mit dem malerischen Patio seine eigentümliche Atmosphäre bewahrt. Nur ein paar hundert Meter weiter vom Dorfkern entfernt wird jeden Samstag in Las Dalias der schönste Hippiemarkt der Insel veranstaltet (ganzjährig von 10 Uhr bis Sonnenuntergang). In den bunt dekorierten Innenräumen und auf dem von Weinreben umrankten Hof bieten Hippies Silberschmuck, Keramik, Räucherstäbchen, bunte Kleider und Kulinarisch-Exotisches feil. Doch darüber hinaus vereint das Kulturzentrum auch Restaurant, Konzertsaal und Kunstgalerie. Außer seinem Ruf als Hippietreff werden in der schmucken Església de Sant Carles jeden Sommer die schönsten klassischen Konzerte mit internationalen Interpreten veranstaltet. Ein paar Kilometer weiter erstreckt sich der beliebte Nacktbadestrand Aigües Blanques. Umrundet von hohen Klippen ist die knapp 500 m lange Platja bei Insidern sehr beliebt. Sa Cala de Sant Vicent Umrandet von einer dicht bewaldeten und zerklüfteten Steilküste eröffnet sich die herrlich geschwungene Bucht von Sant Vicent. Breiter Sandstrand und türkisblaues Meer machen den Ferienort im Norden der Insel so attraktiv. Entlang der Strandpromenade laden Bars und Restaurants zum Verweilen ein. Die Aussicht von der 174 m hoch liegenden Punta Grossa zählt zu den schönsten Ibizas. Gegenüber erblickt man die Illa Tagomago. Sie ist eine der wenigen privaten Inseln weltweit und zugleich ein Vogelparadies. Nahe der Cala liegt ein punischer Tempel verborgen. Vom 5. bis zum 2. Jh. v. Chr. diente die Kultstätte Es Cuiram der Verehrung der Inselgöttin Tanit. Das kleine Dorf Sant Vicent lohnt wegen der schönen Wehrkirche aus dem 19. Jh. einen kurzen Abstecher. In dieser abgeschiedenen, landschaftlich reizvollen Gegend liegen die Häuser weit verstreut. Ein schöner Ausflug führt vorbei an Terrassenfeldern mit Orangen- und Mandelbäumen zum Fischerhafen Port de ses Caletes. Es Vedrà Einer der ungewöhnlichsten Orte der Pityusen ist die Riffinsel Es Vedrà, ein stattlicher Felsen von 382 m Höhe. Sein majestätisches Aussehen hat die Menschen immer wieder dazu veranlasst, ihm magische Eigenschaften zuzuschreiben. Besonders schön ist ist der Anblick der Silhouetten von Es Vedrà und Es Vedranell bei Sonnenuntergang. An der Küste führt ein Spaziergang zum Wachturm Sa Torre del Pirata. Viele Legenden ranken sich um diesen Zauberfelsen: Einige vermuten hier den Rest des versunkenen Atlantis oder den Gegenpol des Bermuda-Dreiecks, andere halten die Insel gar für einen Landeplatz für Außerirdische. Es wird vermutet, dass die Karthager in den Grotten von Es Vedrà ihrer Liebesgöttin Tanit huldigten. Im 19. Jh. meditierte dort der Karmelitermönch Francisco Palau, der als Eremit auf Ibiza lebte. Rätselhaft bleibt, warum Brieftauben beim Überfliegen der Insel die Orientierung verlieren und sich hier Ziegen ansiedeln konnten, obwohl es auf dem öden Eiland kein Süßwasser gibt. |
|