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Hübsche Bergstädtchen, knorrige Olivenbäume, duftende Orangen- und Zitronenhaine, Bougainvilleen und Oleander, alte Natursteinhäuser umgeben von blühenden Mandelbäumen, große Sandstrände und kleine Kieselsteinbuchten - das sind mallorquinische Szenarien, die alljährlich Millionen Menschen anlocken. Zugleich finden Nachtschwärmer an der langen Platja de Palma und in den Touristenhochburgen westlich von Palma de Mallorca ihr Eldorado. Wer Ursprünglichkeit sucht, wird in den kleineren Ortschaften im Inselinneren, Llucmajor etwa oder Pollença, pittoreske Winkel und kulinarische Spezialitäten genießen. Chopin fand die Stille im Kloster Valldemossa. Die bizarren Felsen Cap de Formentor sind ein lohnendes Wanderziel. Surfer vergnügen sich in S'Arenal, Es Trenc und an der Platja d'Alcúdia. Familien mit Kindern haben lange Sandstrände, Wasservergnügungsparks, Minigolfanlagen, Tropfsteinhöhlen wie die Coves del Drac und die Delphinshow in Magaluf für gemeinsame Erlebnisse zur Auswahl. Kunstinteressierte entdecken hinter unscheinbaren Fassaden hervorragende Galerien, z.B. in in Palma oder Santanyí. Palma de Mallorca Abends turteln verliebte Pärchen auf der Terrasse vor der hell angestrahlten Kathedrale La Seu und genießen den Blick über den künstlichen See im Parc de la Mar auf das glitzernde Meer. Tagsüber strömen Touristen zur imposanten Kathedrale, die Ehrfurcht gebietend die Altstadtsilhouette der balearischen Hauptstadt dominiert. Wer sich aus einem kleinen Ort im Inselinneren kommend Palma nähert, atmet plötzlich kosmopolitische Luft, erlebt ein pulsierendes Großstadtflair, das sogar an Barcelona erinnert, die katalanische große Schwester auf dem spanischen Festland. In den Stadtpalästen residieren heute Medienagenturen aus ganz Europa, Geschäftsleute eilen durch die Straßen, Einheimische und Fremde sitzen einträchtig in den Cafés an der Plaça de Santa Eulària, dem Passeig Marítim und Passeig des Born. Die steinernen Zeitzeugen der mehr als 2000-jährigen Stadtgeschichte sind Besuchermagnete für Touristen aus aller Welt. Schicke Boutiquen für Designerklamotten, Schuhe und Schmuck am berühmten Passeig des Born, der eleganten Avinguda Jaume III und den umliegenden Gassen verführen zum ausgiebigen Shopping. Valldemossa Mit seinen ockerfarbenen Natursteinhäusern, die sich am Fuße des Teix um das alles beherrschende Kartäuserkloster scharen, blitzblanken Gassen und üppigem Blumenschmuck wirkt Valldemossa sehr einladend. Der ganze Ort lebt davon, dass sich hier in den Wintermonaten 1838/39 ein berühmter Komponist mit seiner Geliebten und deren zwei Kindern aufhielt: Frédéric Chopin und George Sand. Hauptattraktion des Bilderbuchdorfs ist das Kartäuserkloster, ursprpünglich ein maurischer Palast, in dem 1399 Mönche einzogen. Ein Schwager Goyas stattete die barocke Klosterkirche mit Fresken aus. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1835 wurde die Anlage in eine Sommerresidenz betuchter Palmeser umgewandelt. In den Zellen 2 und 4 erinnern Briefe und Originalpartituren an die prominenten Gäste; in anderen Räumen sind die Klosterapotheke und ein Stadtmuseum zu besichtigen. Wer nicht als Bustourist unter Zeitdruck steht, sollte auch einen Blick in den Palau del Rei Sanxo werfen, den König Jaume II für seinen Sohn erbauen ließ, und ins Geburtshaus der vielverehrten Inselheiligen Catalina Tomàs (Carrer Rectoria Nr. 5). Sóller Sei es, dass man sich der 10000 Einwohner zählenden Kleinstadt mit der aus Palma kommenden Nostalgiebahn "Roter Blitz" nähert, bequem durch den Tunnel von Palma anreist oder über die hochgelegene, landschaftlich bezaubernde Küstenstraße kommt - bereits aus einiger Entfernung kündet der intensive Duft sonnengereifter Zitrusfrüchte davon, dass das anmutige Sóller im Tal der Orangen nicht weit ist. Mode- und Schmuckläden, Geschäfte mit Wohnaccessoires verführen zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die winkeligen Altstadtgassen mit ihren schmucken Häusern. In den Freiluftcafés an der zentralen Plaça de la Constitució, dem pulsierenden Herzen der kleinen Stadt, kann man wunderbar Leute gucken, die hochaufragende Jugendstilfassade der Pfarrkirche Sant Bartomeu von Gaudí-Schüler Joan Rubiò bewundern und darüber nachdenken, ob man das nah gelegene Naturkundemuseum Museu Balear de Ciències Naturals und den dazu gehörigen Garten Jardí Botánic besuchen oder lieber mit Mallorcas einziger Straßenbahn, dem fast 100 Jahre alten Orangen-Express, zum 5 km entfernten Port de Sóller rattern soll; immerhin lockt der Hafen mit feinsandigem Strand, gesäumt von einer geschäftigen Uferpromenade. Cap de Formentor Ob Gruppen- oder Individualreisende, ein Ausflug zur landschaftlich spektakulären Halbinsel Formentor gehört zum Pflichtprogramm aller, die mehr als ein Wochenende für die Insel eingeplant haben. Der volle Parkplatz am Mirador des Colomer und die Menschenmassen, die selbst bei größter Hitze zu Fuß unterwegs sind, machen auch Ortsunkundigen sofort klar: Hier ist ein Stopp angesagt. Nach einem kurzen Aufstieg über breite Treppenstufen – der Mirador liegt auf einer mehr als 300 m hohen Klippe – erwartet den Besucher ein atemberaubender Ausblick über die Steilküste hinunter zum tiefblauen Meer. 15 Kilometer windet sich die Serpentinenstraße weiter, vorbei am Luxushotel Formentor und der Platja de Formentor zur Landspitze Cap de Formentor im äußersten Norden Mallorcas. Der Weg ist das Ziel - sollte jemand nach der atemberaubenden Fahrt ein noch spektakuläreres Ziel erwarten, wird er enttäuscht sein: Am Ende stehen ein einsamer Leuchturm und die Chance, an klaren Tagen Menorca zu erspähen. Sa Calobra Zwölf Kilometer Passstraße mit unzähligen, zum Teil spektakulären Haarnadelkurven, die man in der Hochsaison mitunter hinter einem der zahlreichen Ausflugsbusse, im Frühjahr und Herbst hinter ambitionierten Radfahrern herzockelt, müssen Besucher zurücklegen, um zur 800 Meter tiefer liegenden Bucht Sa Calobra zu gelangen, in die die spektakuläre Wildwasserschlucht Torrent de Pareis mündet. Ungeübten Autofahrern und Beifahrern, die bei kurvenreicher Strecke mit Übelkeit zu kämpfen haben, sei als Alternative die bequeme Fahrt mit dem Ausflugsboot von Port de Sóller empfohlen. Sa Calobra ist ideal für einen Kurzaufenthalt mit Spaziergang zur Mündung und Einkehr in einem der fünf Restaurants und Cafés, die alle mit einer Sonnenterrasse und Meerblick locken. Wer eine Badepause einlegen möchte, kann dies an dem kleinen Kiesstrand an der Mündung der Schlucht tun. Auch lohnt es sich den Torrent zu Fuß ein Stück zu erkunden, bis eine steile Felsstufe den Weg versperrt. Santuari de Lluc Tausende Mallorquiner pilgern alljährlich im August in einer nächtlichen Wallfahrt von Palma zum 1250 gegründeten Kloster Lluc und seiner hoch verehrten schwarzen Madonna ("La Moreneta") aus dem 13. Jahrhundert. Immer öfter suchen Wanderer, die den Norden der Insel erkunden, den 400 Meter hoch liegenden Klosterkomplex auf, um ihre müden Knochen im preisgünstigen Pilgerhotel auszustrecken. Dem "Heiligen Wald" werden gern übersinnliche Kräfte zugeschrieben. Kunstinteressierte entdecken im Monestir de Lluc barockes Formengut und Schaffensspuren des katalanischen Modernisme-Architekten Antoni Gaudí sowie im angeschlossenen Museum interessante archäologische Funde, wertvolle liturgische Gegenstände und Gemälde des mallorquinischen Malers Josep Coll Bardolet. Gläubige finden in dem mallorquinischen Zentrum der Marienverehrung einen etwas unruhigen, aber stimmungsvollen Ort der Andacht. Wenn die Tagestouristen wieder weg sind, beginnt für Menschen auf der Suche nach Besinnung die schönste Tageszeit. Pollença Pollença, das charmante Städtchen am Fluss des heiligen Georg, führt ein ruhiges Alltagsleben, zu dessen Rhythmus regelmäßige Siestazeiten und Fiestas gehören. Herzstück der Stadt ist die Plaça Major, deren Freiluftcafés während des sonntäglichen Wochenmarktes und der großen Novembermesse Fira bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Hier sitzen Touristen und Einheimische gemütlich bei einem café con leche und bestätigen sich gegenseitig, dass Pollença mit seinen hübschen Natursteinhäusern nicht nur bezaubernd schön liegt, sondern auch mit interessanten kulturellen Events aufwarten kann. Wer sich nicht gleich über den romantischen Weg zur sechs Kilometer entfernten Küste aufmacht, kann sich in den beiden renommierten Galerien am Hauptplatz über zeitgenössische Kunst informieren, in den blitzblank geputzten, kopfsteingepflasterten Gässchen nach originellen Mallorca-Souvenirs Ausschau halten, die 365 Stufen zum Kalvarienberg hinaufsteigen oder die Sammlung gotischer Kunst im Stadtmuseum begutachten. Coves del Drac Mallorca hat seinen Besuchern mehrere geologische Schätze zu bieten, so die Höhlenformationen von Campanet, Artà und die Coves dels Hams. Unumstrittene Hauptattraktion ist jedoch die unterirdische Welt der "Drachenhöhlen" bei Portocristo im Osten der Insel. Die zauberhaft schöne Welt aus Stalaktiten und Stalagmiten zieht täglich Tausende von Besuchern an. In Bussen kommen die Touristen, um an einer Führung teilzunehmen – Menschen mit Platzangst könnten in den Höhlenräumen durchaus in Bedrängnis kommen. Seit 1935 steht Besuchern hier ein kilometerlanger Weg durch die unterirdische Welt Mallorcas offen, der an sechs Lagunen und dem weltbekannten Lago Martel vorbeiführt. Der riesige unterirdische See ist benannt nach dem Franzosen Edouard-Alfred der die Höhlen 1896 entdeckte. Die spektakulären Naturattraktionen werden durch raffinierte Lichtspiele effektvoll in Szene gesetzt. Zum Standardprogramm gehört auch ein Konzert mit klassischer Musik in der Grotte. Llucmajor Nur 11 Kilometer liegen zwischen Llucmajor und S'Arenal und doch trennen Welten den bekannten Urlaubsort mit seinen Bars, Diskos und nicht zuletzt der Strandbar Ballermann vom ehemaligen Schuhmacherstädtchen im Inselinneren. Von Llucmajors Vergangenheit zeugt heute nur noch das Schuhmacherdenkmal an der hübschen von Palmen bestandenen Plazuela, auf der sich die einheimischen Jugendlichen zu Café solo und bocadillo treffen. Vieles - der Barbier an der zentralen Plaça Espanya, abenteuerlich anmutendes Kabelgewirr an Holzmasten und die stundenlang beim Gespräch in den altehrwürdigen Bars sitzenden Männer - wirkt als sei die Zeit stehen geblieben, als wäre der Flughafen von Palma mit seinen unzähligen Gästen aus aller Welt in weiter Ferne. Die Ruhe wird nur freitags, dem wichtigsten Markttag, von eifriger Betriebsamkeit unterbrochen. Dann prüfen Einheimische und Touristen Obst, Gemüse, Honig, Kräuterlikör, Tonwaren, Kleidung, Schuhe und allerlei Krimskrams an den Ständen von der zentralen Plaça entlang der Straße BisbeTaixquet zur Esplanade Jaume III und halten hier und da mit Bekannten ein Schwätzchen. Santanyí Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer von Palma auf direktem Weg in das kleine, verschlafen wirkende Landstädtchen Santanyi im äußersten Süden der Insel. Adrette Freiluftcafés rund um die alte Pfarrkirche Sant Andreu Apòstol und Kunstgenuss in der sorgsam und einfühlsam gestalteten Kunstgalerie Joanna Kunstmann locken die Menschen herbei. Andere reizt ein Besuch des nahe gelegenen Kaktusgartens Botanicactus mit seiner umfangreichen Sukkulentensammlung, die meisten aber die Postkartenidylle der Buchten in nächster Umgebung des Städtchens. Besorgt um ihre Rückzugsmöglichkeiten haben Mallorquiner die Wegweiser zur besonders malerischen und abgelegenen Bucht S'Almunia übersprüht oder abmontiert, andere wie die Sandbuchten Cala Llombarts und die bei Familien besonders beliebte Cala de Santanyí mit Strandcafe und -lokalen, Beachballfeld, Tretbootverleih und einer schwimmenden Insel mit Rutschbahn sind bis jetzt noch gut ausgeschildert. |
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