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Schon in der Antike galt Rhodos als Insel des Sonnengottes Helios, der tagtäglich mit seinem Gespann das Firmament durchquert. Die Bronzestatue des "Koloss von Rhodos" war eines der sieben antiken Weltwunder. Heute fasziniert Rhodos mit Stränden, Natur und Zeugnissen seiner 2000-jährigen Geschichte. Venezianer, Genuesen, Johanniterritter und Osmanen kämpften um die Macht über die Insel. Alle hinterließen eindrucksvolle Bauten, die Spaziergänge durch die lebendigen Gassen von Rhodos-Stadt zu imaginären Reisen durch die Jahrhunderte machen. Sinnliche Genüsse bieten beste griechisch-türkische Lokale, ein orientalisches Shoppingerlebnis hunderte kleiner Läden. Jenseits von Antike und Architektur locken schöne Strandbuchten mit kleinen Orten und urigen Tavernen, z. B. Lindos. Rhodos ist im Vergleich zu vielen Inseln der Ägäis grün und fruchtbar. Schon deshalb lohnt es sich hier auch zu wandern. Ein Ziel ist das Kloster Thari, ein weiteres der 1216 m hohe Ataviros, an dessen Hängen Wein gedeiht. Die wichtigen Kellereien liegen in Embona. Rhodos Ein Spaziergang durch die Altstadt von Rhodos ist zugleich ein Streifzug durch die jahrtausendelange Geschichte der Stadt: Vom archäologischen Museum mit seinen antiken Statuen, Grabstelen und Keramiken gelangt man durch die Ritterstraße zum mittelalterlichen Palast der Johanniter, der bis heute keinerlei Zerstörung erfahren hat. Nicht weit davon entfernt findet man moderne Boutiquen, Bars und Cafés, die zum Verweilen und Bummeln einladen. Einen beeindruckenden Anblick bieten die trutzigen Stadtmauern aus dem 15. Jahrhundert, die zum Teil begehbar sind und von denen man einen herrlichen Blick über die Altstadt von Rhodos genießen kann. Sehenswert ist auch das türkische Viertel mit seinen orientalischen Moscheen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. In dem Gewirr von kleinen Gässchen stößt man immer wieder auf malerische Ecken und Winkel, am schönsten ist die Altstadt aber am frühen Abend, wenn das ausgehende Sonnenlicht die mittelalterlichen Straßenzüge golden erleuchtet. Tal der Schmetterlinge (Petaloudes) Das Petaloudes-Tal ist ein schmales, üppig bewaldetes Tal, durch das ein Bach fließt - ideal, um eine Wanderung mit einem anschließenden Picknick in dieser Idylle zu machen. An seinem oberen Ende befindet sich ein Kloster aus dem 18. Jahrhundert, das eine kurze Besichtigung lohnt. Wer das Tal besucht, hat aber meistens andere Beweggründe. Nicht umsonst trägt es den Namen "Tal der Schmetterlinge": Abertausende der seltenen Harlekinfalter mit ihren rotschwarzen Flügeln sind hier beheimatet. Sie sind jedoch nicht immer zu sehen. Vor allem in den Sommermonaten von Juni bis August kann man die Schmetterlinge antreffen: Im Spätsommer legen sie ihre Eier ab, im April schlüpfen Raupen, die sich im Juni entpuppen und den Sommer im Tal verbringen. Warum sich diese Schmetterlingsart gerade an dieser Stelle von Rhodos niedergelassen hat, erklärt sich aus einer botanischen Besonderheit: landesweit wachsen nur an diesem Ort die Amberbäume, deren aromatisches Harz die Harlekinfalter anlockt und von deren Rinde sie sich ernähren. Lindos Ein Aufenthalt in Lindos gehört zweifellos zu den Höhepunkten einer Rhodos-Reise. Dass der Ort seit der Antike ununterbrochen bewohnt ist, verwundert nicht angesichts der malerischen Lage des Dörfchens zwischen Hügel und Meer. In einem Bogen ziehen sich die weiß getünchten Häuser um den Hügel, der von der weithin sichtbaren und von einem trutzigen mittelalterlichen Mauerring umgebenen Akropolis bekrönt wird. Auf dem Weg zur Akropolis kann man sich leicht in dem Labyrinth der Gässchen verlieren und trifft vielerorts auf gut erhaltene Kieselmosaikböden mit reizvollen Mustern. Berühmt sind die so genannten Kapitänshäuser, die im 18. Jahrhundert entstanden und mit aufwändigem Fassadenschmuck dekoriert sind. An exponierter Stelle, am höchsten Punkt der Akropolis, befindet sich der Tempel der Athena Lindia, der den alten Holztempel ersetzen sollte und im 6. Jahrhundert v.Chr. unter der Herrschaft von Kleoboulos erbaut wurde. Man schreitet über Terrassen dorthin, vorbei an einer Exedra aus dem 3. Jahrhundert v.Chr., über eine imposante Säulenhalle und die Propyläen, die den Eingang zum heiligen Tempelbezirk bilden. Kloster Thari (Moni Thari) Das Kloster Thari, ein byzantinisches Kleinod, liegt südlich von Laerma in der Inselmitte. Es wird von einigen Mönchen betrieben, die über einen eigenen Radio- und Fernsehsender verfügen. Bis weit in die 1980er-Jahre stand es noch leer, erst der Abt Amfilodios hauchte ihm wieder neues Leben ein. Das Kloster geht in seinen Ursprüngen bis ins 13. Jahrhundert zurück und wurde auf einem noch älteren Vorgängerbau errichtet. Die Gründungslegende besagt, dass eine byzantinische Prinzessin aus Konstantinopel an einer unheilbaren Krankheit litt und zum Sterben in die Einsamkeit der rhodischen Wälder kam. Durch das milde Klima und die sprudelnden Quellen in ihrer Umgebung wurde sie jedoch wieder gesund und stiftete aus Dankbarkeit ein Kloster. Den Standort bestimmte sie, indem sie ihren Ring weit wegwarf. Dort, wo er gefunden wurde, sollte die Klosterkirche erbaut werden. Die Kirche ist wegen ihrer Fresken mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, die großteils aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen, aber vereinzelt bis ins frühe 14. Jahrhundert zurückreichen, einen Besuch wert. Kamiros Die antike Töpferstadt zählt zwar zu den weniger wichtigen antiken Stätten auf Rhodos, ist aber nichtsdestotrotz sehenswert. Malerisch zwischen grünen Hügeln unweit der Westküste der Insel gelegen, gehörte Kamiros als kleinster zu den drei antiken Stadtstaaten von Rhodos, verlor aber nach dem Zusammenschluss von 408 v.Chr. zu einem einzigen Staat mit der Hauptstadt Rhodos-Stadt an Bedeutung. Kamiros stellt eine homogene hellenistische Wohnstadt dar, deren Einwohner einfache Bauern und Handwerker waren, vielfach Töpfer, die den Ruf von Kamiros als Töpferstadt über die Grenzen hinaus begründeten. Keramik aus Kamiros wurde nahezu in die gesamte damals bekannte Welt exportiert. Die Ursache für die architektonische Einheitlichkeit der Stadt liegt darin, dass der Ort im Jahre 226 v.Chr. von einem gewaltigen Erdbeben dem Erdboden gleichgemacht und kurze Zeit später komplett wieder aufgebaut wurde. Aufgegeben wurde er schließlich nach einem weiteren Erdbeben 142 v.Chr., nach dem die Bevölkerung ihre zerstörte Stadt verließ. Ataviros Mit seinen 1215 m ist der Ataviros der höchste Berg auf Rhodos. Der Aufstieg ist recht mühevoll, man sollte für den Hin- und Rückweg ungefähr 7 Stunden einkalkulieren und unbedingt gutes Schuhwerk dabeihaben. Am besten beginnt man die Wanderung vom Winzerdorf Embona aus. Der sonst recht karge Berg ist im Frühling von einem Blütenmeer aus weißem und blauem Salbei, hellblauen Anemonen und rosa Zistrosen bedeckt, ein Anblick, der die anstrengende Wanderung versüßt. Ist man erst einmal auf dem Gipfel angelangt, wird man mit einem atemberaubenden Blick über die Insel und das Meer belohnt. Hier sind auch noch spärliche Überreste eines Zeusheiligtums aus mykenischer Zeit zu sehen. Eine schauerliche Legende rankt sich darum: Der Altar soll die Gestalt eines bronzenen Stiers gehabt haben, in den Menschen gesperrt wurden. Dann wurde Feuer entzündet und die Eingeschlossenen mussten qualvoll sterben. Die Priester des Heiligtums deuteten die Schreie und Hilferufe der Opfer als Orakel. Sogar heute noch erzählen die Bewohner der Dörfer zu Füßen des Berges diese Geschichte. Epta Piges Die "Sieben Quellen" sind ein Wasserlauf, der durch die Zusammenführung mehrerer Quellen entstand, um die Ebene von Kolymbia zu bewässern. Hier befindet sich eine Taverne, die mit ihren Tischchen unter Schatten spendenden Platanen und den zahlreichen Pfauen, die sich hier ein Stelldichein geben, zum längeren Verweilen einlädt. Der Ort ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebtes Ziel für die Rhodier, die hier gerne zum Picknicken herkommen. Denn dank des Wassers und des angrenzenden Pinienwaldes ist es hier auch im Hochsommer angenehm kühl. Kein Wunder, dass schon die Sage behauptet, dieser Ort sei der Lieblingsplatz der Nymphen gewesen. Ein 150 m langer Wassertunnel verbindet den Bach mit einem See. Nur Mutige sollten diesen Weg zum See nehmen, da der Tunnel stockdunkel ist. Für zartere Gemüter ist auch ein Höhenweg vorhanden, der allerdings etwas länger ist. Auch Freunde seltener Pflanzen kommen auf ihre Kosten. Hier wächst zum Beispiel die hellblaue Alraune, die eine menschenähnliche Gestalt hat und der im Mittelalter magische Kräfte zugesprochen wurden. Embona Embona ist eines der größten rhodischen Bergdörfer und gilt als die "Weinhauptstadt" der Insel. Am Ortseingang befindet sich die Weinkellerei Emery, die mittlerweile Spitzenweine produziert und wochentags auch besichtigt werden kann - Weinprobe natürlich inklusive! Ihren Ruf verdankt sie der Athiritraube, die auf kleinen Terrassen an den Westhängen des Ataviros prächtig gedeiht und schon in der Antike angebaut wurde. Versuche, diese Traubensorte außerhalb von Rhodos zu kultivieren, schlugen allesamt fehl (Tel. 0030-2241029111; http://www.emery.gr). Das Dorf ist wegen seines berühmten Weines vom Massentourismus in Beschlag genommen worden. Kein Tag vergeht, ohne dass Reisebusse das Örtchen anfahren. Viele der hiesigen Tavernen bieten griechische Abende mit folkloristischen Tanzaufführungen an. Wer Embona mit etwas mehr Ruhe besichtigen will, der gelangt nach wenigen Gehminuten in den ruhigeren und ursprünglicheren Teil des Dorfes, wo es die Teppiche und Webwaren zu kaufen gibt, die in beinahe jedem Haus von Embona hergestellt werden. |
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