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Die Costa de la Luz wird zu Recht die "Küste des Lichts" genannt: Das durchdringende Licht, das die gekalkten Häuser und hellen Sanddünen gleißen lässt, prägt die andalusische Atlantikküste. Die sichelförmige Costa von Tarifa bis Ayamonte begleiten feinsandige, von Kiefernwäldern gesäumte Strände.
Manche der pittoresken Fischerdörfer, wie Conil de la Frontera, haben mit vielen Kneipen einen neuen, jugendlichen Charakter gewonnen. Landeinwärts wird die Landschaft bergig: wilde Sierren, weltberühmte Weingärten, aus deren Trauben Sherry (benannt nach der Stadt Jerez de la Frontera) produziert wird, und maurisch geprägte "pueblos blancos". Zu den weißen Dörfern zählen Arcos und Vejer de la Frontera, wo in den Gässchen auch die Feinschmecker bei Gazpacho, Lamm und Fisch gerne verweilen. Im alten Kloster La Rábida hatte Christoph Kolumbus mit dem Königshaus über seine Reiseidee verhandelt, ehe er 1492 vom nahem Hafenstädtchen Palos in See stach. Später wurde Cádiz der große Überseehafen der Krone. Heute begeistert sein Karneval. Cádiz Cádiz liegt am Ende einer neun Kilometer langen Landzunge auf einem aus dem Meer aufragenden Muschelkalkfelsen. Die älteste Stadt der Iberischen Halbinsel wurde im 11. Jh. v. Chr. von den Phöniziern gegründet und galt bereits im 8. Jh. v. Chr. als wichtigste Handelsstadt. Nach der Eroberung Amerikas diente Cádiz als Anlegeplatz der spanischen Flotte. Noch heute ist der Hafen eine wichtige Stütze der lokalen Wirtschaft. Wegen ihrer Form und der hohen weißen Flachdachhäuser mit charakteristischen Aussichtstürmen nennen die Andalusier Cádiz auch ”silberne Schale” (taza de plata). Die klassizistische Catedral Nueva mit zwei mächtigen Kuppeltürmen ist das imposanteste Gebäude der Stadt. Besonders sehenswert: ihr Gemäldeschatz aus der berühmten Malerschule Sevillas. Das Museo de Cádiz verdient wegen seiner reich bestückten archäologischen Abteilung und der bedeutenden Gemäldesammlung einen längeren Besuch. Berühmt ist Cádiz vor allem auch wegen seines farbenfrohen Karnevals: Fast zwei Wochen lang verwandelt sich die Stadt in eine einzige Partyzone mit Gesang, Tanz und festlichen Umzügen. Jerez de la Frontera Jerez de la Frontera erlangte Weltruhm als Herkunftsort des Weines, dem die Engländer den Namen Sherry gaben. Er wird meist aus der Palomino-Fino-Traube gewonnen, die auf den weißen, kalkhaltigen Böden der Umgebung bestens gedeiht. Ebenso große Bedeutung hat in Jerez die Zucht von Rassepferden. Eine der Hauptattraktionen der Stadt ist die Königliche Reitschule Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre, in der die stolzen andalusischen Pferde eine fantasievolle Tanzdressur vorführen. Die Vorstadtviertel San Miguel und Santiago gelten als Geburtsstätte des Flamencogesangs. Bei der Feria del Caballo in der zweiten Maiwoche stellen die besten Stierkämpfer, Reiter und Flamencotänzer ihre Künste zur Schau. Das feucht-fröhliche Weinfest Fiesta de la Vendimia in der ersten Septemberwoche bietet u. a. Pferderennen und ein großes Flamenco-Festival. Jerez lockt jedoch nicht nur mit seinen unzähligen Bodegas und farbenfrohen Festen. Imposante Bauten wie der Alcázar und die über der arabischen Hauptmoschee errichtete Kathedrale erinnern an die bewegte Geschichte der Stadt. La Rábida In dem kleinen Ort unweit von Palos de la Frontera ist das Monasterio Santa María de la Rábida die Hauptattraktion. Das Franziskanerkloster aus dem 14. Jh. mit seinen schönen Deckenmalereien gilt als eines der herausragendsten Bauwerke andalusischer Mudéjarkunst. Hier suchte Christoph Kolumbus Trost und Beistand, nachdem Isabella zunächst nicht in seine Pläne eingewilligt hatte. Dank der Fürsprache des Mönches Juan Pérez, der Beichtvater der Königin war, konnte Kolumbus letztendlich doch seine Entdeckungsfahrt in die "Neue Welt" wagen. In der Muelle de las Carabelas liegen heute die originalgetreuen Nachbauten der drei winzigen Schiffe Santa María, Pinta und Niña, mit denen der berühmte Seefahrer und seine Mannschaft am 3. August 1492 von Palos auf den offenen Atlantik ausliefen. Alle drei sind zugänglich; in der Santa María veranschaulichen Szenen den Alltag der Matrosen. Der Parque Botánico (Botanische Garten) lohnt einen Spaziergang wegen der vielen exotischen Pflanzen aus allen fünf Kontinenten. Vejer de la Frontera Auf 190 m Höhe leuchtet schon von weitem das strahlend weiße Dorf Vejer. Ein Labyrinth aus schmalen Gassen zieht sich steil den hohen Kalkberg hinauf. Der Ort ist ein harmonisches Ensemble; die maurische Atmosphäre wohl sein größter Reiz: Breite, weiß getünchte, Mauern, plätschernde Brunnen, schöne Eingangshallen und Innenhöfe, die kunterbunten Blumengärten gleichen. An der runden Plaza de España verläuft noch ein Teil der alten Stadtmauer. An höchster Stelle thront auf den Mauern einer alten Moschee die Iglésia El Divino Salvador. Die Fassade der Erlöserkirche verbindet Elemente der Gotik und Romanik, des Mudéjarstils und der Renaissance. Im Inneren fällt der Hochaltar mit einer Sockelleiste aus Azulejos und einem Altaraufsatz mit vierfarbigen Figuren auf. An der Wallfahrtskirche Nuestra Señora de la Oliva erfährt der Besucher, dass bis Anfang des 20. Jhs. im Ort die maurische Tradition des Schleiertragens lebendig war. "Cobijadas" hießen die Frauen, die das tschadorähnliche Tuch trugen. Tarifa Tarifa ist die südlichste Stadt des spanischen Festlandes. Kaum 14 km liegen an dieser Stelle zwischen europäischem und afrikanischem Kontinent. Hier bläst der Wind am heftigsten, und so avancierte Tarifa zum bedeutendsten Surfspot Spaniens. Die Mischung aus internationaler Surferszene und Schaulustigen prägt die legere Atmosphäre. Tarifas Name leitet sich von dem maurischen Feldherrn Tarif Ben Malik ab, der im Jahre 710 die Straße von Gibraltar überquerte, um den Eroberungszug durch Spanien vorzubereiten. Das älteste noch erhaltene Baudenkmal ist die unter Abd ar-Rahman III. errichtete Burg aus dem 10. Jh. Zwar eroberten die Christen 1292 die Stadt zurück, doch erst die Verteidigung Tarifas durch Pérez de Guzmán sicherte ihnen die Oberhoheit. Eine spektakuläre Aussicht genießt man von mehreren Miradores – Afrika im Visier. Die im 2. Jh. v. Chr. gebaute römische Ruinenstadt Baelo Claudia mit Forum, Theater, Thermalquellen und einem Äquadukt setzt einen reizvollen Kontrast zum Strandbetrieb der Playa de Bolonia. Conil de la Frontera Conil zählt zu den reizvollsten Badeorten an der Costa de la Luz. Die Atmosphäre des kleinen Fischerdorfes ist international angehaucht, denn nach Conil reisen Sprachschüler aus aller Welt. So hat sich eine vielfältige Kneipenkultur herausgebildet, die kurzweilige Unterhaltung verspricht. Mit ihren blendend weißen Häusern setzt sich die historisch gewachsene Altstadt ins rechte Licht. Nahe des zentralen Stadttores Puerto de la Vila zweigen von der Plaza de España verwinkelte Gässchen ab und laden zum Bummeln ein. Der ehemalige Aussichtsturm Torre de Guzmán verweist auf den einstigen Wehrcharakter des Dorfes; von den Stadtmauern blieb sonst nicht mehr viel erhalten. Vor einigen Jahren wurde der kleine Naturhafen 5 km weiter nördlich in eine geschützte Bucht verlegt. Der 100 m breite Stadtstrand Playa de los Bateles dehnt sich kilometerweit nach Norden und Süden aus. Weiter nördlich beginnt die Steilküste, an der man von Fuente del Galle bis zum Puerto de Conil entlang spazieren kann. Arcos de la Frontera Bizarr wirkt die Ortsansicht des wohl hübschesten Weißen Dorfs von Andalusien, das auf einem steilen ockerfarbenen Felssockel am Ufer des Río Guadalete thront. Die malerische Atmosphäre der Altstadt mit ihren engen Gassen, gekalkten Häusern, Adelspalästen und Kirchen verrät maurische Einflüsse, doch wurde der Ort schon von den Römern gegründet. Den Ortskern bildet die Plaza del Cabildo mit Rathaus und Parador (Luxushotel). Vom Mirador de la Peña Nueva eröffnet sich ein Blick in die Tiefe, der einem sprichwörtlich die Sprache verschlägt. Auf der anderen Seite des Platzes erhebt sich die Basilika Santa María de la Asunción (13./14. Jh.) mit einem mächtigem Glockenturm. Der Aussichtspunkt Balcón de Arcos bietet einen zum Fotografieren schönen Panoramablick auf die sanfte Hügellandschaft. Die Kirchen Santa María und San Pedro sowie das 1000 Jahre alte Castillo repräsentieren eine Stilmischung aus Gotik, Mudéjarstil und Barock. Medina Sidonia Der Name der strategisch günstig auf einem Hügel angelegten Siedlung verbindet sich mit dem Geschlecht der Herzöge, das einst das gesamte Gebiet bis zum Atlantik beherrschte. Das hufeisenförmige Tor Arco de la Pastora gewährt Zutritt zur Altstadt, die noch von Mauern aus maurischen Zeiten umgeben ist. An höchster Stelle liegen die Reste der einstigen Burg und die Iglésia Santa María la Coronada aus dem 16. Jh. mit einem aparten Stilmix aus Gotik und verspielt wirkender isabellinischer Renaissance. Sehenswert im Innern der Kirche: der Schnitzaltar und das Chorgestühl, in dem die vom Orden der Dominikaner bestellten Vertreter der Inquisition tagten. Von der Torre Doña Blanca genießt man eine fabelhafte Aussicht bis zum Atlantik und zur Sierra de Grazalema, deren Weiße Dörfer in der Ferne leuchten. Im 14. Jh. verbannte Pedro I El Cruel ("Peter der Grausame") seine Gattin Blanca de Borbón auf Lebenszeit in den Burgturm, um sich ungestört seiner Geliebten widmen zu können. |
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