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Sunshine State California: An vorderster Front strahlen San Francisco und Los Angeles, dicht gefolgt von den Nationalparks - Yosemite, Sequoia, Kings Canyon sowie Lassen Volcanic. Die pazifische Küstenstraße Highway One ist so filmreif wie die knackigen "beach boys" und Mickey Mouse in Disneyland.
Das mediterrane Klima macht sogar Laune, im Winter zu reisen. Die Hänge am beliebten Lake Tahoe etwa zählen zu den Topskigebieten der USA. Der Sommer verwöhnt mit vielen heißen Tagen. Endlose Strände, mehr als 100 km allein bei San Diego, bieten dann Erfrischung, flippiges Strandleben wie in Santa Barbara und eine große Auswahl an Wassersportmöglichkeiten. Oder darf es ein kühler Weinkeller im Napa Valley sein? Zur innovativen Fusionküche passen die Weine perfekt. Wer Extreme sucht, darf Death Valley mit dem heißesten Punkt der Erde nicht versäumen. Oder Yosemite National Park mit dem höchsten Wasserfall Amerikas. Über 100 m hoch ragen die Bäume im Redwood National Park in den Himmel. Dafür zählen die Sequoias im gleichnamigen Park schon 2000 Lebensjahre. Wohin man schaut in Kalifornien: Bestnoten. Death Valley National Park Das Death Valley liegt rund 100 Meilen westlich von Las Vegas. Der 230 km lange Grabenbruch ist von bis zu 3000 m hohen Bergkämmen umgeben. Von mehreren Vista Points aus offenbart sich in der flirrenden Hitze ein atemberaubendes Farbenspiel von Braun- und Ockertönen. Nur kurz nach den äußerst seltenen Regentagen zwischen November und Mai bedecken Millionen gelber und lila Farbtupfer die Wanderdünen und Salzseen. Im Zentrum des Tals liegt Furnace Creek, der einzige Ort des Death Valley; das Visitor Center (ganzjährig 8-18 Uhr, Tel. 760-786-3200) informiert über Flora und Fauna. Am ausgetrockneten Salzsee Badwater, 20 km südlich, liegt mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der westlichen Welt. Von Fahrten durch die Talsenke kann man im Hochsommer - selbst mit dem klimatisierten Mietwagen - nur abraten, da es bei Temperaturen von regelmäßig über 50 Grad Celsius schnell zu einer Überhitzung des Motors kommt. Der Name “Tal des Todes” ist dann durchaus wörtlich zu nehmen. Hearst Castle Mit Hearst Castle hat sich der Zeitungstycoon Randolph Hearst sein eigenes Disneyland geschaffen. Der Palast des in den 1930er und 1940er Jahren wohl einflussreichsten Mannes der Westküste liegt unweit des Küstenstädtchens San Simeon. Die prächtigen Gärten und die mit Gemälden und Antiquitäten vollgestopften Zimmer wirken angesichts der Fülle an herumstehenden Kunstgegenständen protzig und etwas stillos. Scheinbar wahllos reihen sich römische Statuen an byzantinische Mosaiken und flämische Gobelins. Rund 28 Jahre ließ Hearst verschiedene Architekten an seinem Traumschloss herumbasteln, bis 1947 endlich auch das letzte Detail seiner Vorstellung entsprach. Fast die gesamte damalige Hollywoodprominenz gastierte bei Parties in den 165 Zimmern. Den Luxus seines Landsitzes konnte der Medienzar jedoch nicht lange genießen; 1951 starb er hoch verschuldet. Seine Erben überschrieben das Anwesen gegen 50 Mio. Dollar Steuergutschrift an den kalifornischen Staat. Mehrmals täglich finden Führungen statt, für die jedoch eine telefonische Reservierung nötig ist. Highway One Durch den mehrspurig ausgebauten und geradlinigen Highway 5 ist die Distanz zwischen San Francisco und Los Angeles gut in zwei Tagen zu bewältigen. Landschaftlich schöner ist freilich der Weg über die zweispurige und kurvenreiche Küstenstraße, den Highway 1, eine der schönsten Panoramastrecken der Welt. Wenn nicht gerade Überschwemmungen die Durchfahrt behindern oder im Hochsommer Nebelbänke den Blick versperren, hat man eine fantastische Sicht auf den Pazifik und die steilen Bergausläufer, die sich zum Meer senken. Vorbei geht es an der “Artischockenhauptstadt” Castroville und der gischtumtosten Monterey Peninsula. Südlich davon können Naturliebhaber im Point Lobos State Reserve Seelöwen und Kormorane am Strand beobachten. Das Küstenstädtchen Big Sur erlangte nicht nur durch sein einmaliges Panorama Berühmtheit. Der Schriftsteller Henry Miller schrieb in seiner Wahlheimat den Roman “Big Sur und die Orangen des Hieronymus Bosch”. Unweit davon befinden sich zwei Naturschutzgebiete: Im Big Sur State Park stehen mehrere Redwood-Haine, der Julia Pfeiffer State Park ist zum Schutz der natürlichen Stranddünen eingerichtet worden. Lake Tahoe Die Washoe-Indianer gaben dem größten Bergsee Kaliforniens den Namen “Großes Wasser”. Tatsächlich fasst sein 35 km langes und 19 km breites Becken eine Wassermenge, mit der man die gesamte Fläche Kaliforniens 35 cm unter Wasser setzen könnte. In 2070 m Höhe liegt der See in einem Tal zwischen der Sierra Nevada und dem Bergkamm der Carson Range. Zu Zeiten des Goldrausches wurden in den dichten Wäldern um Lake Tahoe Bäume zur Gewinnung von Stützbalken für Minen und Feuerholz für Eisenbahnen gefällt. Anfang des 19. Jahrhunderts verbrachten reiche Kalifornier ihren Urlaub am malerischen Seeufer. Als Skifahren in Mode kam, entstanden in den Nachbartälern die ersten Skigebiete. Die Schneeverhältnisse waren kontinuierlich so gut, dass 1960 im Squaw Valley die olympischen Winterspiele ausgetragen wurden. Im Sommer erwärmen sich die oberen Wasserschichten des Lake Tahoe bis auf Badetemperatur. Surfen und Segeln sind ebenso möglich wie ausgedehnte Wander- oder Mountainbiketouren in die umliegenden Berge. Mendocino Das 1000 Einwohner zählende Städtchen entstand aus einer Holzfällersiedlung. In den 1950er Jahren entdeckten Maler, Bildhauer und Schriftsteller auf der Suche nach Abgeschiedenheit und Inspiration das verschlafene Nest. Die malerische Kulisse der viktorianischen Holzhäuschen und der umliegenden saftig grünen Wälder wurde unzählige Male auf die Leinwand gepinselt. Beispiele findet man im Mendocino Art Center (45200 Little Lake Rd.), in dem Ausstellungen und Theateraufführungen gezeigt werden. Die Stadtgeschichte ist im Historical Museum anhand alter Fotografien und Zeichnungen dokumentiert. Doch die schönen Holzbauten sind auch in natura erhalten, so zum Beispiel das von 1854 stammende Ford House in der Main Street oder das wunderschöne Mendocino Hotel. Der angrenzende Mendocino Headlands State Park schützt das Dorf nicht nur vor Verstädterung, sondern bietet außerdem Urlaubern schöne Trails durch naturbelassene Wälder. Monterey Peninsula Der spanische Entdecker Juan Rodriguez Cabrillo entdeckte die Halbinsel bereits im Jahre 1542 vom Seeweg aus, konnte jedoch wegen der tosenden Brandung nicht an Land gehen. Noch 60 Jahre sollte es dauern, bis Sebastián Vizcaíno die Region nach dem Vizekönig von Mexico Graf von Monte Rey benannte. Erst 150 Jahre später, im Jahre 1770, wurde die Monterey Peninsula schließlich von Franziskanermönchen besiedelt. Die schnell wachsende Stadt Monterey entwickelte sich zu einer Hochburg des Walfangs und später der Sardinenfischerei. Der Schriftsteller John Steinbeck beschrieb in seinem Klassiker “Straße der Ölsardinen”, wie rau es damals in den stinkenden Hafenanlagen zugegangen sein muss. Doch schon früh löste der Tourismus die Fischindustrie ab. 1880 entstanden die ersten großen Hotels und Strandhäuser für Urlauber aus dem nahen San Francisco. Neben dem fantastischen Monterey Bay Aquarium mit der größten künstlichen Unterwasserwelt der Erde ziehen vor allem die traumhaften Golfplätze das internationale Publikum an. Napa Valley Kaliforniens Wine Country war vor 150 Jahren noch ein Zentrum des amerikanischen Goldrausches. Lediglich die Missionen in Sonoma und San Rafael züchteten damals schon Reben. Heute ist Napa Valley eines der berühmtesten Anbaugebiete für kalifornischen Tafelwein. Weinproben in Winzereien und Führungen durch Weinberge stellen somit auch eine besondere Attraktion für Touristen dar. Einen guten Einblick in die Weinproduktion - natürlich inklusive Weinprobe - bieten die Winery Robert Mondavi in Rutherford, das Gut Clos Pegase oder die Sterling Winery in Calistoga. Im Bannkreis der edlen Tropfen entstanden einige der exquisitesten Gourmetrestaurants der Westküste. Das nördliche Calistoga hat sich unter dem Unternehmer Sam Brennan bereits im 19. Jahrhundert zum Musterkurort entwickelt. Zum Entspannungsprogramm gehört dabei seit 150 Jahren ein Schlammbad in der mit Vulkanasche angereicherten, dunklen Brühe. Die heißen Quellen beziehen ihre Hitze vom nahe gelegenen Vulkan Mount St. Helena. Orange County Coast Zwischen Los Angeles und San Diego reicht die südkalifornische Wüste bis ans Meer. Über Tiefbrunnen zogen die vor rund 100 Jahren angesiedelten deutschen Weinbauern das Wasser für ihre Reben. Ihnen verdanken Orte wie Anaheim oder Carlsbad ihre Namen. Später wurden die Rebfelder von Obstplantagen verdängt, die dem “Orangenland” schließlich seinen Namen gaben. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten sich an der sonnenverwöhnten Küste Künstlerkolonnien. Aussteiger und Betuchte wohnten am Pazifik Tür an Tür in pastellfarbenen Holzhäuschen. Heute gilt die Orange County Coast als eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt. Die Elektro- und Computerindustrie boomt, malerische Küstenorte wie Oceanside oder Laguna Beach garantieren eine hohe Lebensqualität. In Huntington bestimmt eine flippige, junge Szene das Bild. Braun gebrannte Sportler liefern sich heiße Volleyball-Matches, während passionierte Surfer auf “ihre” Welle warten. San Diego Über 70 Sandstrände säumen die Bucht von San Diego. In der ehemaligen ersten Missionsstadt Kaliforniens leben heute 1,2 Mio Menschen, deren Zahl durch den hohen Freizeitwert kontinuierlich steigt. Westlich des Zentrums liegt mit dem San Diego Zoo einer der schönsten zoologischen Gärten Amerikas. Die Tiere werden größtenteils in Naturgehegen gehalten, besondere Aufmerksamkeit widmen die Besucher dem Pandapärchen Shi Shi und Bai Yun. In der Mission Bay haben die Gründer von Seaworld das größte Ozeanarium der Welt angelegt, in dem neben Delphinen und Belugas auch Killerwale schwimmen. Auf der vorgelagerten Halbinsel vor San Diego ist ein großer Militärstützpunkt stationiert. Von dessen Spitze am Point Loma hat man einen fantastischen Blick auf den Pazifik auf der einen und die Skyline San Diegos auf der anderen Seite. Dazwischen liegt in der San Diego Bay Coronado Island mit dem gleichnamigen, viel besuchten Strand. Das luxuriöse Hotel del Coronado war zeitlebens nicht nur eine Herberge für reiche Berühmtheiten. 1958 flohen dort Tony Curtis und Jack Lemmon in Frauenkleidern vor den “Freunden der italienischen Oper” in Billy Wilders Kassenschlager “Some like it hot”. Santa Barbara Im malerischen Städtchen nördlich von Los Angeles am Highway Nr. 1 leben Jung und Alt in perfekter Symbiose. Die Studenten der University of Santa Barbara im Vorort Isla Vista sorgen für ein flippiges Strandleben, modebewusste Boutiquen, belebte Cafés unterstreichen dies. Die betuchte ältere Bevölkerung liefert das Geld für saubere Straßen und frisch renovierte Häuser. Die Gehsteige sind gekehrt, im Stadtgebiet wachsende Palmen frisch gestutzt. Auch wenn Santa Barbara mit seinen Kolonialhäusern wie eine altmexikanische Missionsstadt wirkt, so stammen doch alle Häuser aus dem 20. Jahrhundert. 1925 nämlich wurde der gesamte Baubestand durch ein gewaltiges Erdbeben vernichtet. Am Strand läuft der palmengesäumte Cabrillo Boulevard, auf dem 870 m ins Meer ragenden Stearn’s Wharf bieten Restaurants frisches Seafood an. Die State Street führt ins Stadtinnere, das wegen des mäßigen Autoverkehrs fast einer Fußgängerzone gleicht. Architektonischer Glanzpunkt ist die Mission Santa Barbara in der Upper Laguna Street. Pater Serra ließ die Missionsstation mit ihren pastellfarbenen Doppeltürmen 1786 von Chumash-Indianern errichten. Yosemite National Park Am 30. Juni 1864 erklärte Abraham Lincoln das Gebiet um den Mariposa Grove zum ersten State Park der Nation. 26 Jahre später wurde Yosemite zum Nationalpark. An den westlichen Ausläufern der Sierra Nevada gelegen, offenbart er dem naturbegeisterten Besucher eine traumhafte Landschaft aus Wasserfällen, Felsformationen, Mammutbaumhainen und Bergwiesen. Kaum ein Nationalpark verfügt über eine derartige Fülle an verschiedensten natürlichen Sehenswürdigkeiten, kaum ein Nationalpark ist aber auch so überlastet. Das Yosemite Valley nimmt bescheidene 7 von insgesamt 1169 Quadratmeilen ein. Die 186 m hohen Bridal Veil Falls sind nur ein Vorgeschmack auf den höchsten Wasserfall Amerikas: Weiter nördlich stürzt an den Yosemite Falls das kühle Nass unglaubliche 730 Meter in die Tiefe. Wer den anstrengenden Aufstieg an den Rand der Schlucht wagt, hat von oben einen fantastischen Blick auf die Zweitausender El Capitan und Half Dome. Los Angeles So abschreckend die Unüberschaubarkeit der “Stadt der Engel” wirken mag, die sich mit 1200 Quadratkilometern über eine größere Fläche ausbreitet als mancher Staat auf der Erde, so magisch ist ihre Anziehungskraft. Auch wenn Los Angeles den Ruf als Paradies des Reichtums und geringer Arbeitslosigkeit bereits vor Jahrzehnten verloren hat, wenn kilometerlange Staus täglich ein Verkehrschaos auslösen und sich fast täglich Smog über der Stadt ausbreitet, wächst der Ballungsraum dennoch mit seinen rund 15 Mio. Einwohnern weiter ins Landesinnere. Das Flair, das Viertel wie Hollywood, Malibu oder Santa Monica einst ausstrahlten, mag nicht zuletzt durch die Abwanderung der Filmindustrie in die Vororte langsam zu bröckeln beginnen. Doch wer den Sunset Boulevard hinunterschlendert, die riesigen Villen in Beverly Hills sieht oder den Prunk der Fantasiewelt Disneyland bestaunt, wird zugeben, dass hier der “American Dream” ein Stück Realität geworden ist. |
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