 | |
Kuba ist für immer mehr Europäer ein tropisches Traumziel. Die Perle der Antillen hat einiges zu bieten. Sie lockt nicht nur mit paradiesischen Sandstränden, auch die Musik und die Verbindung von afrikanischen, amerikanischen und europäischen Einflüssen sind einzigartig.
In Städten wie Havanna, Santiago de Cuba und Cienfuegos beschwören mondäne Prachtbauten den Glanz vergangener Tage herauf. Die ersten beiden Städte bieten außerdem viel musikalisches Entertainment, Havanna außerdem gute Einkaufsmöglichkeiten für Zigarren und Rum. Zum Bummeln lädt Trinidads koloniales Zentrum mit seinen netten Restaurants und Bars sein, das Bergland unweit der Küste dort zu langen Wanderungen. Die schneeweißen Strände der karibischen Zuckerinsel, allen voran Varadero, Cayo Coco und Cayo Guillermo, sind weltberühmt. Unzählige Riffe locken hier Taucher in die Tiefe. Im Westen dehnen sich im Viñales-Tal die berühmten Tabakplantagen aus, während im Osten tropischer Regenwald in Höhen bis über 2000 Meter reicht. Havanna (Ciudad de la Habana) Verwitterte Prachtbauten, amerikanische Straßenkreuzer aus den Fifties und überall heiße Musik: Havanna bezaubert durch eine unwiderstehliche Mischung aus karibischer Lebenslust und der Melancholie vergangener Tage. Der älteste Platz der Stadt, die Plaza de Armas, auf der einst das spanische Militär aufmarschierte, ist heute fest in touristischer Hand: Hier kann man durch schicke Boutiquen schlendern, Che-Guevara-Fahnen oder Salsa-CDs kaufen. Als ein besonderes Schmuckstück der zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt gilt die Calle Obispo, die die Plaza de Armas mit dem belebten Parque Central verbindet. Zahlreiche aufwändig renovierte Bauten erfreuen das Auge, nette Lokale laden zu einem Drink. Im ehemaligen Präsidentenpalast dokumentiert das Museo de la Revolución den Verlauf der Revolution Fidel Castros und seiner Freunde gegen das Batista-Regime. Ebenfalls sehenswert: Vedado, der an das Meer grenzende Stadtteil im Westen mit seinen aus dem frühen 20. Jahrhundert stammenden Art-déco-Bauten. Hier verläuft auch der legendäre Malecón, die Uferstraße, an der für die Kubaner die Welt zu Ende ist. Viñales-Tal (Valle de Viñales) Seinen Namen erhielt das bezaubernde Tal im Westen Kubas von kanarischen Siedlern, die hier einst Wein anbauen wollten. Der magische Zauber des Valle de Viñales entfaltet sich vor allem frühmorgens, wenn die bizarr geformten Kalksteinhügel in zartem Rosa schimmern und noch Nebelschwaden in den Ebenen hängen. Um die Mittagszeit steht die tropische Sonne heiß über dem Tal. Tagsüber ist Viñales ein beliebtes Ausflugsziel für organisierte Bustouren. Erst am Abend kehrt die eigentümlich faszinierende Stimmung in das sattgrüne Zaubertal zurück. Wer das Valle de Viñales, seine malerischen Landschaften und versteckten Grotten genauer erkunden will, lässt das Auto am besten erst einmal stehen. Viele Hotels der Region bieten geführte Wanderungen an, die den Trip in das Tal zum unvergesslichen Erlebnis machen. An der Rezeption erhält man außerdem Auskunft über Wanderwege sowie Vorschläge für mögliche Routen, die per Fahrrad oder auf dem Pferderücken absolviert werden können. Varadero Weißer Sand und türkisblaues Wasser so weit das Auge reicht: Das ist Varadero. Das berühmteste Strandbad Kubas erstreckt sich auf einer Länge von etwa 20 km auf der Halbinsel Hicacos östlich von Havanna. Varadero bietet alles, was man von einem karibischen All-inclusive-Urlaub erwartet: angenehm warmes Wasser, weiße Strände und jede Menge Freizeitaktivitäten wie Jetski, Hochseefischen oder Tauchen bis hin zum Fallschirmspringen. Während Varadero bis zur Revolution vor allem das Refugium reicher Amerikaner war, lassen sich in den zahlreichen Hotelanlagen heute vor allem deutsche und kanadische Pauschaltouristen verwöhnen. Wie eine Oase der Stille nimmt sich inmitten des Trubels der Park Retiro Josone an der Avenida Primera aus. Auf seinem künstlich angelegten See kann man, umringt von Rosaflamingos, kleine Bootsfahrten unternehmen. Wer vor Varadero auf Tauchgang geht, wird von der kubanischen Unterwasserwelt begeistert sein. Mehr als 25 Tauchgründe gilt es zu entdecken, der berühmteste davon: Ojo de Mégano, eine 70 m tiefe Unterwassergrotte im Riff der Cádiz-Bucht. Trinidad Zwischen den Hügeln der Sierra Escambray und dem Karibischen Meer liegt Kubas wertvollster architektonischer Schatz: das barocke Städchen Trinidad. Die Paläste und Herrenhäuser der Altstadt zeugen vom Reichtum vergangener Tage: Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Trinidad zum größten Zuckerlieferanten der Welt. Das schmucke Städtchen mit großer Vergangenheit, 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, gehört zu den Hauptattraktionen der Insel. Wer den Zauber Trinidads in Ruhe erleben möchte, kommt am besten frühmorgens oder genießt auf der Plaza Mayor das weiche Licht der Abendsonne. Dieser imposante Platz im Zentrum der Altstadt hat sich in zwei Jahrhunderten nur wenig verändert. An seiner Nordseite thront die Iglesia Parroquial de la Santísima Trinidad, die einzige fünfschiffige Kirche Kubas. Gleich links neben der Kirche ist im Palacio Brunet das Museo Romántico untergebracht. Seine Exponate erzählen von dem Leben der Zuckerbarone und dem Auf- und Abstieg der Handelsstadt. Abends bieten verschiedene Bars in Trinidad heiße Livemusik. Santiago de Cuba Santiago ist Kubas Musik-Metropole. Das Nachtleben tobt hier genauso aufregend wie in Havanna und auch was seine Sehenswürdigkeiten angeht, steht Santiago der Hauptstadt kaum nach. Durch die verwinkelten Gassen des historischen Stadtkerns zu schlendern, ist ein Erlebnis für sich. Einige der schönsten Bauten findet man rund um den Parque Céspedes im Herzen der Stadt: die wuchtige Kathedrale, das berühmte Hotel Casa Granda (mit Dachrestaurant) und das historische Stadthaus von Don Diego Velázquez, dem ersten Gouverneur auf Kuba. In der Calle Heredia erzählen im Museo del Carnaval Fotos, Kostüme und Masken von der Blütezeit des Karnevals in Santiago in den 1930er und 1950er Jahren. Die Straße ist ein Brennpunkt der kubanischen Musik, in der legendären Casa de la Trova fasziniert der Sound der Livebands. Etwa 20 km nordwestlich von Santiago liegt El Cobre, der einzige Wallfahrtsort Kubas. Am 9. September, dem Namenstag der Madonna, der die dreitürmige Basilika von El Cobre gewidmet ist, pilgern viele Kubaner hierher. Das alljährliche Spektakel hat dabei weniger streng religiösen als vielmehr Volksfestcharakter. Cienfuegos Auch wenn die industriell geprägten Vororte wenig einladend wirken: Ein Besuch in der Hafenstadt Cienfuegos lohnt sich. Unter Fidel Castro wurde Cienfuegos zu einem wichtigen Zentrum kubanischer Zuckerrohrindustrie. Wer in den historischen Kern des Ortes vordringt, wird von französischem Flair vergangener Jahrhunderte überrascht. Elegante Plätze, weitläufige Parks und Promenaden prägen das Stadtbild. Immer wieder spaziert man an märchenhaften Privatpalästen vorbei, die sich reiche Städter einst hier bauen ließen. Der stimmungsvolle Parque Martí, benannt nach dem allgegenwärtigen kubanischen Freiheitshelden José Martí, bildet das grüne Herz der Stadt. Ein Triumphbogen von 1902 erinnert an die Geburtsstunde der Republik. Der Parque Martí ist umsäumt von einigen der schönsten Bauten Cienfuegos': Auf der Ostseite die Catedral de la Purisma Concepción mit ihren asymetrischen Türmen, schräg gegenüber das berühmte Teatro Tomás Terry, das 1895 eingeweiht wurde und dessen prächtiges Deckenfresko allein einen Besuch wert ist. Baracoa Umgeben von dichtem Regenwald, erwartet im Osten der Insel die älteste und zugleich tropischste Stadt Kubas ihre Besucher. Baracoa blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Für eine kurze Zeit blieb sie nach ihrer Gründung im Jahr 1512 durch Diego Velázque die Hauptstadt Kubas. In den darauf folgenden Jahrhunderten prägten vor allem Schmuggler und Freibeuter das Leben in Baracoa. Bis heute zeugen Festungen und nicht zuletzt die abenteuerlichen Geschichten der überaus freundlichen Einwohner von der bewegten Vergangenheit der Stadt. Um die Stadt gegen die häufigen Übergriffe der Freibeuter zu sichern, wurden einst drei Festungen errichtet, die bis heute Wahrzeichen Baracoas geblieben sind: das Fuerte de Seboruco, die Festung La Punta und das Fuerte Matachín. Wer die Straßen um Baracoa auf eigene Faust erkunden will, tut vor allem in der Regenzeit gut daran, einen Jeep zu mieten, weil manche Strecken dann nur schwer befahrbar sind. Ein attraktives Ausflugsziel in der Umgebung ist der Tafelberg El Yunque. Cayo Coco / Cayo Guillermo Cayo Coco oder Cayo Guillermo? Die Entscheidung zwischen diesen beiden an der Nordküste Kubas gelegenen Koralleninseln fällt so manchem Urlauber schwer. Beide Inseln locken ihre Gäste mit kilometerlangen schneeweißen Traumstränden, azurblauem Wasser und Hotels, die höchsten Urlaubsansprüchen genügen. Auch erstklassige Tauchgründe und andere Wassersportangebote gibt es hier wie da genügend. Cayo Coco ist nicht etwa nach der Kokospalme benannt, ihren Namen hat die Insel von einem einheimischen Vogel, dem rosa Ibis, der auf Kuba Coco genannt wird. Die Insel ist über einen 27 km langen Fahrdamm mit dem Festland verbunden. Der Zugang wird streng kontrolliert: Zugelassen sind lediglich Touristen und, damit der Betrieb funktioniert, Kubaner, die dort in Hotels arbeiten. Die Nachbarinsel Cayo Guillermo ist von Cayo Coco aus über eine Straße durch die Mangrovensümpfe zu erreichen. Auf der nur 13 km2 großen Insel geht es etwas gemütlicher zu. Hier finden Sportangler und Taucher besonders gute Einrichtungen vor. |
|