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Schon beim Anflug auf die größte der Kanarischen Inseln drängt sich das Wahrzeichen Teneriffas in den Vordergrund: der 3717 Meter hohe Pico del Teide im Zentrum der Insel. Allein der vulkanische Nationalpark Cañadas del Teide wäre eine Reise wert, doch Teneriffa hat noch viel mehr zu bieten. Der üppig-grüne Norden und der wüstenähnliche karge Süden der Insel sind landschaftliche Extreme. Ursprünglich gebliebene Bergdörfer wie Masca und kleine Städte mit Herrenhäusern im kanarischen Stil gilt es zu entdecken. Garachico ist nur ein Beispiel dafür.Themenparks wie der Papageienpark Loro Parque in Puerto de la Cruz bieten in den Ferienorten Abwechslung zu Strand und Sport, die hier den Lebensrhythmus bestimmen. Großstädtisches Shopping ist in Santa Cruz angesagt. Die Palette der Sportarten auf Teneriffa reicht von Wassersport über Golfen (erstklassig im Süden) und Biken bis hin zum Wandern. Wunderschöne Strände locken im Süden mit glasklarem, sauberem Meerwasser; im Norden laden in die Felsküste eingelassene Meerwasserbecken zum Baden ein. Masca Der malerische Ort Masca an der Nordwestspitze Teneriffas empfiehlt sich als Ausflugsziel im grünen Tenogebirge. Auf einem Felsrücken zwischen ebenen, fruchtbaren Feldern, wo Obst-, Wein- und Gemüseanbau betrieben wird, haben sich die Einwohner Mascas angesiedelt. Bis vor einigen Jahren war das Dorf nur per "Eselexpress" zu erreichen, doch mittlerweile kann man auch per Bus oder Auto über kurvenreiche Straßen nach Masca fahren. Da der Ort als Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge sehr beliebt ist, haben sich hier einige Bars und Restaurants niedergelassen. Obgleich sie sich auf Touristen eingestellt haben, bieten sie auch viele Gerichte aus der regionalen Küche an. Vom Ort aus eröffnen sich für Wanderer zahlreiche Touren durch die abwechslungsreiche Landschaft. Eine besonders attraktive Wanderung führt durch den Barranco de Masca; sie dauert rund 5 bis 6 Stunden hin und zurück. Organisierte Touren verbinden den Abstieg in die Schlucht mit einer Bootsfahrt. Pico del Teide Der Pico del Teide ist mit seinen 3717 Metern nicht nur die höchste Erhebung Teneriffas und sein Wahrzeichen, sondern zugleich der höchste Berg Spaniens und des gesamten Atlantikraumes. Majestätisch ragt er im Zentrum der Insel empor und bietet schon beim Anflug auf das Urlaubsziel einen faszinierenden Anblick. Im Winter trägt seine Spitze sogar eine Schneehaube, eine paradoxe Erscheinung angesichts der klimatischen Verhältnisse auf Teneriffa. Den Gipfel selbst (Pitón) kann man nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung der Nationalparkverwaltung besteigen, ansonsten endet der Weg in 3600 Metern Höhe auf der Rambleta. Die 3300 Meter hoch gelegene Altavista-Hütte bietet Bergwanderern Schutz und Unterkunft. Wer nicht entsprechend durchtrainiert ist oder schlicht keinen Ehrgeiz hat, den Teide selbst zu bezwingen, kann die Seilbahn benutzen, die allerdings nur verkehrt, solange es windstill ist. Cañadas del Teide Die gesamte Fläche des Vulkankessels Caldera de las Cañadas steht heute unter Naturschutz. Der Nationalpark wurde bereits 1954 eingerichtet und zieht jährlich mehrere Millionen Besucher an. Ein absolutes Highlight in der bizarren Landschaft stellt die Felsgruppe Los Roques de García dar; die Felsnadeln ragen über 30 Meter in das Blau des Himmels. Gegenüber liegt ein Parador an der Cañadas-Straße, der in 2200 Metern Höhe den Komfort eines Viersternehotels bietet. Nur wenige hundert Meter von der Felsformation entfernt, führt ein schöner Weg an verschiedenfarbigen Lavaformationen entlang. Die ganze Strecke durch die sieben Täler der Caldera (Siete Cañadas) – 18 Kilometer lang – dauert etwa 4,5 Stunden und erfordert in der Höhenluft schon etwas Kondition. Für weniger Trainierte ist ein organisierter Ausflug mit dem Bus die bessere Alternative. Ein Besucherzentrum am östlichen Parkeingang (El Portillo) informiert über die Besonderheiten des Naturschutzgebiets und die diversen Wandermöglichkeiten. Loro Parque Der Loro Parque ist absolutes Pflichtprogramm für Familien mit Kindern, auch wenn der Eintritt nicht ganz billig ist. Gegründet wurde er ursprünglich, um bedrohte Papageienarten vor dem Aussterben zu retten. Neben der größten Papageiensammlung der Welt mit insgesamt 300 Arten findet sich als jüngste Attraktion ein artgerechtes Pinguinarium. Ein Teil der Papageien fliegt frei im Parkgelände umher und sorgt so für tropisches Flair. Weitere Publikumslieblinge sind Gorillas, Schimpansen, Tiger, Seelöwen und Delfine. Besonders beliebt bei den Kindern sind die Delfinshows, die alle zwei Stunden im Wechsel mit Darbietungen der Seelöwen stattfinden. Aus dem Papageienpark ist mittlerweile ein veritabler Zoo geworden. Neben dem Augenschmaus kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz, dafür sorgen eine Reihe von Kiosken, Restaurants und Eisbuden. Eine attraktive Alternative ist der idyllisch gelegene Picknickplatz, auf dem selbst mitgebrachtes Essen verspeist werden darf. Garachico Das heute 6000 Seelen zählende Dorf war vor allem im 16. Jahrhundert dank seines geschützten Naturhafens ein blühendes Wirtschaftszentrum an der Nordküste, in dem sich Adel und Geistlichkeit sowie Politik und Militär niederließen. Beim Ausbruch des Vulkans Montaña de Trebejo jedoch, am 5. Mai 1706, wurde die Hafenstadt zu großen Teilen zerstört. Danach verlor Garachico zunehmend an Einfluss, doch viele der prunkvollen Gebäude, wie z.B. das Kloster San Francisco, geben noch heute ein lebendiges Zeugnis von der einstigen Bedeutung des Ortes. Als Ausgangspunkt für einen Bummel bietet sich die Plaza de la Libertad an, denn hier verbinden sich Geschichte und Gegenwart in einzigartiger Harmonie. An der Schmalseite des Platzes erhebt sich die Iglesia Santa Ana, eine dreischiffige Basilika, und an der Längsseite der zweistöckige Palacio de los Condes de la Gomera, ein feudaler Herrensitz der Grafen von Gomera, die auch große Ländereien im Süden und Nordwesten Teneriffas besaßen. Barranco del Infierno Wie der Barranco del Infierno zu seinem Namen kam, ist schleierhaft, denn er löst beim Besucher in keinster Weise die Furcht aus, die man mit dem Namen "Teufelsschlucht" in Verbindung bringt. Im Gegenteil: In der kargen, ausgetrockneten Landschaft des südlichen Teils von Teneriffa wirkt die grüne Oase in der Schlucht geradezu beruhigend auf den Wanderer. Die drei bis vier Stunden dauernde Tour, die auch von Ungeübten zu bewältigen ist, endet an einem kleinen Wasserfall, der sich 80 Meter tief in ein Basaltbecken ergießt. Der Weg führt an einem ganzjährig fließenden Bächlein entlang, und je tiefer man vordringt, desto mehr fühlt man sich wie im Dschungel. Auch die steil aufragenden Schluchtwände verstärken den abenteuerlichen Eindruck. Da inzwischen auch die Tinerfeños Gefallen am Wandern gefunden haben, trifft man vor allem am Wochenende scharenweise Spaziergänger. Solides Schuhwerk und Proviant sind Voraussetzung für ein Gelingen der Tour; denken Sie auch daran, dass es im grünen Dickicht kühl wird. Puerto de la Cruz Der Ort hat es geschafft, sich trotz des Baubooms der 1960er- und 1970er-Jahre seinen ursprünglichen Charme zu erhalten. Das liegt vor allem daran, dass die heute 45000 Einwohner zählende Stadt – die Wiege des Tourismus auf Teneriffa – auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken kann. Ältester Sakralbau der Stadt ist die Iglesia San Francisco, die 1608 vollendet wurde und eine sehenswerte Innenausstattung besitzt. Am Hafen steht der älteste Profanbau der Stadt, die Casa de la Aduana, ein Zollhaus aus dem Jahre 1620. Attraktiv ist insbesondere das malerische alte Fischerviertel. Rund um die stimmungsvolle Plaza del Charco haben sich zahlreiche Restaurants angesiedelt. Wer sich über die Frühgeschichte der Insel informieren möchte, ist im Museo Arqueológico del Puerto de la Cruz an der richtigen Adresse. Gute Einkaufsmöglichkeiten bietet die Fußgängerzone Paseo San Telmo, attraktive Badegelegenheit besteht im künstlich angelegten Lago Martiánez oder an der von César Manrique gestalteten Playa Jardín. Santa Cruz Die Inselhauptstadt, ein Zentrum des Handels und der Verwaltung, in dem über 200 000 Einwohner leben, wirkt auf den ersten Blick nicht besonders einladend. Doch hat man sich erst einmal an die Großstadtatmosphäre gewöhnt, lassen sich allerlei Vorzüge entdecken. Die Plaza de la Candelaria zum Beispiel bietet hervorragende Möglichkeiten zum Shopping und zum Ausgehen; hier findet man Cafés und Bars für jeden Geschmack. Oberhalb des Platzes beginnt die größte Einkaufsstraße der Insel, die Calle Castillo. Kulturinteressierte können sich auf einen langen Tag im Antiguo Hospital Civil einstellen, denn hier sind sämtliche städtische Museen zu einem Gesamtkomplex zusammengeschlossen. Besonders interessant sind die archäologische und die naturkundliche Abteilung, in denen sich Nachbauten von Begräbnisstätten mit originalen Mumien befinden bzw. Schaukästen das Leben unter Wasser dokumentieren. Auch ein Besuch des Museo de Bellas Artes mit wechselnden Austellungen alter und moderner Werke ist absolut lohnend. |
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