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Wie eine grüne Sichel erstreckt sich Korfu im Ionischen Meer. Wer ihre bewaldeten Berge mit den wunderschönen Aussichtspunkten einmal kennen gelernt hat, wird zur Abwechslung von Strandtagen auch Ausflüge "ins Grüne" unternehmen. Korfu-Stadt, wie die ganze Insel von den Einheimischen Kerkira genannt, ist mit ihren beiden Festungen, ihrer Esplanade und den orthodoxen Kirchen der Altstadt eine Perle unter den Städten Griechenlands. Sie liegt im Zentrum der Ostküste, deren Sand- und Kiesstrände mit Hotels gut erschlossen sind. Junge Burgenbauer kommen hier ebenso groß raus wie Wasserskifahrer und Surfer. Romantische Stunden versprechen Ausflüge zum Sisi-Schloss Achillio oder zum Aussichtspunkt Kanoni. Zum Wandern verlocken auch die Buchten an der Westküste, z.B. bei Angelokastro. Kleine Hotelanlagen und Dörfer wie Agios Georgios oder Paleokastritsa sind genau das Richtige für Urlauber, die nach Ruhe und urigen Tavernen suchen. Im Hinterland von Sidari läuft man stundenlang durch Ölbaumkulturen. Die Sandküsten des Nordens, gerade Anaharávi und Roda, eignen sich perfekt für lange Strandspaziergänge. In Kassiopi schnuppert man Hafenatmosphäre. Korfu Zwischen zwei venezianischen Festungen breiten sich die Häuser der quicklebendigen Stadt aus. Schattig und kühl winden sich die Gässchen zu winzigen Plätzen, wo Brunnen plätschern oder Nationalhelden in stolzer Pose vom Denkmalsockel grüßen. Die Venezianer bauten im 16. Jh. die alte Festung aus, von der ganz Korfu zu überblicken ist: Grün schimmernd erstreckt sich die Insel nach Norden. Hat man hingegen die vielen Stufen der neuen venezianischen Festung erklommen, kann der Blick über die Dächer der Stadt oder das quirlige Treiben auf dem Marktplatz schweifen. Am Hafen laufen die Fähren ein, Passagiere, Autos und hochbeladene Lastwagen sorgen für Trubel. Ein paar Ecken weiter überragen Kirchtürme die Altstadt, allen voran die rote Kuppel von Agios Spiridon – in ihrem silbernen Reliquienschrein ruht der Schutzpatron Korfus. An der nahen Esplanade, einem der größten Plätze Griechenlands, erfrischen sich die Gäste in den Cafés unter den Arkaden mit Frappé, einer köstlichen Eiskaffee-Version. Achillio Ein Traumschloss hatte sie sich gewünscht, die österreichische Kaiserin Sisi. Auf Korfu bekam sie es. Zu Ehren ihres Lieblingshelden Achilles ließ sie den weißen Prachtbau errichten, den jedes Jahr Hunderttausende besichtigen. Im Sommer wälzen sich Busse voller Touristen die Straße nach Gastouri zum Achillio hinauf. Der Besuch ist ausgesprochen lohnend. Statuen und Freitreppe zieren die Fassade des üppig ausgestatteten Schlosses. Der Garten bietet eine Pracht aus Blumen, Palmen und stolz präsentierten Kunstwerken, wie etwa einen Achilles, der sich den tödlichen Pfeil aus der Ferse zieht. Bei der Innenausstattung des neoklassizistischen Bauwerks wurde nicht an Farbe gespart. Insbesondere die Deckengemälde leuchten wie ein Regenbogen. Die Erinnerungsstücke an Sisi sind zahlreich, auf den Porträts blickt sie die Besucher strahlend schön an. Sie selbst fand die Insel Korfu so wundervoll, dass sie diese zum schönsten Flecken der Erde erklärte. Paleokastritsa An die Westküste Korfus lockt Paleokastritsa mit dem Kloster Panagia Theotokos, einem der Insel-Highlights. Kleine Buchten mit Klippen und Sandstränden liegen um den Klosterfelsen verstreut. Ein Anblick, den sich kaum ein Urlauber entgehen lässt. Das Kloster Panagia Theotokos zählt zu den repräsentativsten der Insel. Seine Mauern wirken stets frisch gekalkt, die Innenhöfe überraschen mit Blumen und Wunschbrunnen. Das kleine Museum birgt neben Ikonen auch originelle Überraschungen. Still ist es nicht in Paleokastritsa, dafür sorgen die zahlreichen Besucher. Kein Wunder, schließlich bietet das am Hang gelegene Dorf mit Hotels und Pensionen, Tavernen und Cafés, Tauchclub und vielen anderen Wassersportmöglichkeiten einen guten Rahmen für abwechslungsreiche Ferien. Zu attraktiven Ausflugszielen ist es nicht weit, etwa zur Burg von Angelokastro oder dem Ort Lakones, von wo aus man das Panorama von Paleokastritsa besonders genießen kann. Angelokastro Spektakulär ruhen die Reste der Festung Angelokastro auf einem Felsen: In 330 m Höhe errichteten die Byzantiner diese Schutzburg. Das war auch nötig, immerhin machten plündernde Piraten und türkische Eroberer die Gegend unsicher. Schon von den nahen Dörfern Makrades, Krini und Lakones sind immer wieder fantastische Ausschnitte der steilen Westküste Korfus zu bewundern. Aufgrund ihrer exklusiven Lage bietet auch die Festung Angelokastro einen großartigen Blick über die Küste. Wer den halbstündigen Aufstieg zur Burg geschafft hat, kann in der weitläufigen Anlage vieles entdecken: Felsengräber und Zisternen, eine Kapelle und die in einer Höhle versteckte Kirche. All das ist auch für Kinder interessant. Zu Zeiten der türkischen Angreifer brachten sich übrigens bis zu 4000 Menschen auf dem Gelände der Festung in Sicherheit. Angeblich waren sie dort für ihre Feinde unerreichbar. Kassiopi An einer Kesselbucht im Norden der Insel liegt Kassiopi so traumhaft, dass es sich vom einfachen Fischerdorf zum Touristenliebling entwickelt hat. Bei allem Trubel dümpeln im Hafen nach wie vor Fischerboote, und über dem Dorfplatz spendet eine Platane behaglichen Schatten. Schon die alten Römer kannten Kassiopi: Bevor sie zum griechischen Festland übersetzten, machten die römischen Schiffe im Hafen Rast. Aber in dem Dorf kann man viel mehr als nur eine kurze Ruhepause einlegen. Ein Weg führt hinauf zur Festung mit den recht gut erhaltenen Türmen, welche italienische Adelige im 13. Jh. bauen ließen. In der Kirche Panagia Kassopitra schaffen Freskenreste und Ikonen eine eigentümliche Stimmung von Schönheit und Vergänglichkeit. Vom Hafen legen in der Reisesaison Schiffe zu Korfu vorgelagerten Inselchen wie Othoni ab. Noch ein Extra: Die langen Sandstrände der Nordküste sind über die gut ausgebaute Straße schnell zu erreichen. Sidari Unglücklich verliebt? Vielleicht kann der Canal d´Amour bei Sidari helfen - die Attraktion im Norden der Insel. Mit ihren Olivenwäldern, Bergdörfern und lang gestreckten Stränden ist die Region um den populären Urlaubsort Sidari einen ganzen Urlaub wert. Die Landschaft um Sidari geizt nicht mit Reizen. Einen ungewöhnlichen Anblick bieten ihre Lehmfjorde, vor allem, wenn man die gelb abgestuften Klippen vom Wasser aus betrachtet. Ein Trip mit dem Boot macht es möglich. Durch den Canal d´Amour sollte man lieber selbst schwimmen, sofern man eine Frau ist und seinen Liebsten nicht für sich gewinnen kann. Danach soll er bald genauso verliebt sein wie man selbst – glaubt man der Legende. Gleich hinter Sidari bedecken Tausende Olivenbäume die Berge, die Bauern in den Dörfern leben von der Ernte der Ölfrüchte. An der Küste dehnen sich die Strände nach Osten bis Roda, einem der besten Surfgebiete, und dem Badeort Arachavi. Oder man wendet sich von Sidari aus zum westlichen Ende Korfus, dem Kap Drastis. Eine Wanderung zu den weißen Klippen bringt den Urlaubern die Landschaft besonders nahe. Kanoni Ein Bild steht für ganz Korfu: ein weißes Kloster auf einem winzigen Inselchen, die Glockenwand nur von einer üppigen Zypresse überragt. Das Kloster Vlacherna und auch die benachbarte Mäuseinsel lassen sich am besten vom Aussichtspunkt Kanoni betrachten. Kanoni liegt südlich von Korfu-Stadt, auf der Halbinsel Analipsi. Auf Analipsi gibt es reichlich Gelegenheit, der korfiotischen Geschichte auf die Spuren zu kommen. Selbst die Säulen eines Artemistempels kann man beim Kloster Agii Theodori besichtigen; dabei sind antike Ruinen auf Korfu wirklich selten. Kanoni ist leider nicht ganz so idyllisch, wie der erste Blick glauben macht, denn der Flughafen befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Lagune im Ort ist allerdings sehr hübsch, zum Klosterinselchen führt ein schmaler Damm. Spaziert man am Abend darüber, taucht die untergehende Sonne die Szenerie in ein weiches Licht. Auch die kleine Kirche auf der Mäuseinsel Pontekonisi, ganz von Bäumen umgeben, glänzt darin. Agios Georgios Die Häuser von Agios Georgios stehen im Norden Korfus an einer halbrunden Bucht verstreut. Der Sandstrand ist auf der ganzen Insel berühmt; Urlauber finden hier eine bunte Palette an Freizeitmöglichkeiten. Agios Georgios (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dorf im Süden) ist nicht nur wegen seines Strandes ein Paradies. Baden und buddeln, segeln und surfen, in den Bergen Rad fahren oder wandern – das Angebot ist vielfältig. An der Bucht befinden sich einige familiäre Hotels und Pensionen, die Tavernen bereiten frischen Fisch zu, und in der Disko wird bis zum frühen Morgen gefeiert. Dank der Entfernung zu Korfu-Stadt bleibt Agios Georgios vom ganz großen Touristenansturm verschont. So strahlt das nicht weit entfernte Bergdorf Afionas den Charme korfiotischen Landlebens aus. Will man diesem auf die Spur kommen, braucht man nur im Kafenio, dem dörflichen Kaffeehaus, mit Muße seinen griechischen Kaffee zu schlürfen. |
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