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Die Costa Brava ist vielleicht die bekannteste Küste des Mittelmeers, früh vom Tourismus entdeckt und daher zum Teil mit wuchernden Ferienzentren verbaut. Dennoch gibt es nach wie vor schwer zugängliche Felsbuchten und idyllische Winkel wie das Cap de Creus, für die der Name "wilde Küste" zutrifft.
Unterkünfte aller Preisklassen, eine exzellente Gastronomie und eine perfekte Infrastruktur sowie das gebirgige Hinterland locken jährlich Millionen von Touristen aus ganz Europa an. Beliebteste Freizeitbeschäftigung ist naturgemäß der Wassersport: Baden, Segeln, Surfen und Tauchen. Zum Golfen, Wandern und Radfahren ist das landschaftlich reizvolle Landesinnere besser geeignet. In zwei großen Kasinos können betuchte Gäste die Abende beim Glücksspiel verbringen. Mittelalterliche Klöster, stolze Burgen auf imposanten Felsmassiven, malerische Dörfer und die Hauptstadt Girona mit ihrem gut erhaltenen historischen Zentrum lassen sich in Tagesausflügen bequem erkunden. Ein Besuchermagnet ist Figueres: Im Teatre-Museu Dalí findet sich neben einem repräsentativen Querschnitt durch das Werk Salvador Dalís auch das Grab des exzentrischen Surrealisten. Cadaqués Umgeben von bewaldeten Hügeln schmiegt sich Cadaqués ganz in Weiß an eine hufeisenförmige Bucht. René Magritte, Pablo Picasso, Gabriel García Márquez, Henri Matisse, Isaac Albéniz und viele andere Maler, Musiker und Schriftsteller schätzten die beschauliche mediterrane Atmosphäre des kleinen Ortes. Mit seinen Bars und Restaurants, Galerien und Boutiquen sowie einer lebhaften Nachtszene zieht Cadaqués heute in der Hochsaison ein jugendliches und jung gebliebenes Publikum an. Über dem Dorf thronen die Ruinen des Castells Sant Jaume - Relikt einer Zeit , in der man sich vor Piratenüberfällen schützen musste. Im Ortsteil Portlligat liegt die Casa-Museu Salvador Dalí, die aus drei umgebauten Fischerhäusern entstand. Der Künstler und seine Frau hatten hier von 1948 bis zu Galas Tod ihr Domizil. In dem von weißen Betoneiern bekrönten Museum sind das Atelier, die Bibliothek, Privaträume mit originalen Interieurs, der idyllische Olivengarten sowie last but not least eine Auswahl seiner surrealistischen Werke zu bestaunen. Vorherige Anmeldung: Tel. 0034-972251015, http://www.salvador-dali.org. Figueres Die Hauptstadt der Comarca Alt Empordà ist ein gut situiertes Handels- und Landwirtschaftszentrum im Hinterland der Costa Brava. Stattliche Bürgerhäuser aus dem 17.-19. Jh. prägen den Charakter des Zentrums. Archäologische Funde aus der Umgebung sind im Heimatmuseum Museu de l’Empordà zu bewundern, das auch Leihgaben aus dem Prado und dem Museum für Moderne Kunst in Madrid ausstellt. Hauptattraktion der Stadt ist das Teatre-Museu Dalí, mit dem sich der weltbekannte surrealistische Künstler ein bleibendes Denkmal setzte. Das ehemalige Stadttheater wurde nach Dalís eigenen Plänen und Vorstellungen umgestaltet: eine gelungene Synthese von Kunst, Kitsch und Ironie. Ein abstraktes Porträt seiner vergötterten Frau Gala als Rückwand eines Saales und die Installation eines Wohnzimmers mit Möbeln in Form des Gesichts der Schauspielerin Mae West gehören zu den Höhepunkten des Gesamtkunstwerks. Eine schmucklose Bodenplatte bezeichnet seit 1989 das Grab des exzentrischen Katalanen, der 1904 in Figueres zur Welt kam. Der Saal der Meisterwerke präsentiert bedeutende Gemälde aus der Privatsammlung Dalís. Besalú Der kleine Ort liegt am Rand der Zona Volcànica de la Garrotxa. Dieses Naturschutzgebiet mit annähernd 30 bis zu 160 m hohen Basaltkegeln, über 20 Lavafeldern, Maaren und Explosionskratern gehört zu den eindrucksvollsten Vulkanlandschaften des Kontinents. Besalú selbst wurde 812 von Graf Wilfried dem Behaarten als Residenz erbaut und ist mit seinem vorzüglich erhaltenen Stadtkern einer der schönsten Orte der Costa Brava. Wahrzeichen Besalús ist der Pont Fortifikat (”Befestigte Brücke”) mit seinen beiden mächtigen Wehrtürmen und einem markanten Knick in der Mitte. Spuren der bis Ende des 15. Jhs. bestehenden jüdischen Gemeinde findet man im Viertel El Call: Das ursprünglich einer Synagoge angeschlossene Ritualbad (Mikwah) ist das einzige, das in Spanien erhalten geblieben ist. Zähne fletschende Löwen neben einem Rundbogenfenster schmücken die sonst schlicht gestaltete Westfassade von Sant Pere, der Kirche eines zerstörten Benediktinerklosters aus dem 11. Jh. Girona Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz erlebte ab 1134 mit dem Zusammenschluss der Grafschaft Barcelona und des Königreiches Aragón ihre größte Blüte. Über 30-mal wurde Girona vergeblich belagert, was ihr den Beinamen Ciutat dels Setges (”Stadt der Belagerungen”) einbrachte. Bis Brandstiftungen und Pogrome der christlichen Mitbewohner und schließlich die Vertreibung nach 1492 dem friedlichen Zusammenleben ein Ende bereiteten, existierte in Girona eine bedeutende jüdische Gemeinde (El Call). Oberhalb des Zusammenflusses von Riu Onyar und Riu Ter breitet sich das Gassengewirr der Altstadt (Barri Vell) auf einem Hügel aus. Eine monumentale barocke Freitreppe führt zur Kathedrale hinauf, an der ab 1312 vier Jahrhunderte gebaut wurde. An den Chor schließt sich in 35 m Höhe mit 23 m das breiteste gotische Gewölbe Europas an, eine Meisterleistung mittelalterlicher Statik und ein atemberaubendes Raumerlebnis! Neben dem trapezförmigen romanischen Kreuzgang mit kunstvoll verzierten Kapitellen sind insbesondere die bunten Glasfenster des 14.-16. Jhs. sehenswert. Eine Perle profaner romanischer Architektur sind die Arabischen Bäder (Els Banys Àrabs), die Ende des 13. Jhs. auf den Überresten eines arabischen Badehauses errichtet wurden. L’Escala Der Fischereihafen L’Escala ist für seine vorzüglichen ”anxoves” (kleine Sardellen) und guten Bademöglichkeiten an mehreren Stränden bekannt. Die Attraktion des Ortes ist jedoch Empúries in der unmittelbaren Umgebung. Die größte griechisch-römische Stadt auf der Iberischen Halbinsel wurde bisher lediglich zu einem Viertel freigelegt. Südlich der griechischen Altstadt (Palaiapolis), in der nur noch Reste der spätgotischen Kirche Sant Martí erhalten sind, erstreckt sich die weitläufige Neustadt (Neapolis). Rings um den großen Marktplatz (Agorá) breiten sich der Tempel des Jupiter Serapis, Versammlungsgebäude, Werkstätten, Wohnhäuser, Läden, Einsalzungsbetriebe für Fische und Zisternen für die Wasserversorgung aus. Das Asklepieion, der Tempel für den Gott der Heilkunde, war zugleich ein bedeutendes therapeutisches Zentrum. Nach der römischen Eroberung im Zweiten Punischen Krieg wurde das Stadtgebiet beträchtlich nach Westen ausgeweitet. Hier entstanden das Forum mit Augustustempel, Kapitol, Villen mit prächtigen Mosaiken und das Südtor aus der Zeit Cäsars. An blutigen Gladiatorenspielen konnte sich die Bevölkerung im Amphitheater außerhalb der Stadtmauer erfreuen. L’Estartit Der kleine Fischereihafen L'Estartit, den ein vegetationsloser 300 m hoher Berg von dem Gemeindehauptort Torroella de Montgrí trennt, ist ein typisches Badeziel. An kilometerlange und bis zu 100 m breite Sandstrände schließt sich die lebhafte Uferpromenade mit Boutiquen, Restaurants, Souvenirgeschäften, Tauchschulen und Windsurfläden an. Mehrere Campingplätze und zahllose Hotels bieten Unterkünfte der verschiedensten Preiskategorien. Ein Aufstieg auf den Hausberg, auf dem ein trutziges Kastell aus dem 13. Jh. thront, wird mit einer grandiosen Fernsicht - sie reicht über den Golf von Pals und das Tal des Ter bis hin zu den Pyrenäen - belohnt. Der Küste sind in etwa 1 km Entfernung die Illes Medes vorgelagert, sieben kleine felsige Inseln, die 1985 zum Naturschutzgebiet erklärt wurden. Der farbenprächtigen Unterwasserwelt, in der sich Tintenfische und Zackenbarsche tummeln, dürfen sich Taucher nur bis auf 75 m nähern. Besichtigen kann man die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt auch mit kleinen Glasbodenbooten. Sant Pere de Rodes Das zum Schutz vor Mauren und Piraten in den Bergen der Serra de Roda erbaute Benediktinerkloster ist ein bedeutendes Zeugnis romanischer und mozarabischer Architektur in Spanien. Den wehrhaften Charakter der Anlage unterstreicht ein fensterloser viereckiger Turm als Gegenstück zum Glockenturm, der mit Blendarkaden geschmückt ist. Am Fischgrätmuster im Mauerwerk erkennt man die ältesten Bauteile, die ins 9. Jahrhundert zurückgehen. In acht Jahrhunderten wurde die Anlage mit Kirche, unterem und oberem Kreuzgang, Bibliothek und Refektorium ständig erweitert. Während seiner Blütezeit im 11. Jh. war Sant Pere de Rodes mit einer berühmten Schreibschule ein spirituelles Zentrum an der Costa Brava, in dem zahlreiche kostbare Manuskripte der Buchmalerei entstanden. Ein Beispiel ist die »Bibel von Rodes«, die heute in der Bibliothèque Nationale in Paris aufbewahrt wird. 1798 wurde der Konvent aufgegeben, die Gebäude geplündert. Nur zu Fuß erreichbar ist das höher gelegene Castell de Salvador, von dem man einen herrlichen Blick auf das Kloster und das Tal genießt. Tossa de Mar Der katalanische Schriftsteller Josep Pla schwärmte vom Charme der Stadt, die reizvoll an einer von bewaldeten Hängen umrahmten Bucht liegt: "Das Beste von Tossa ist seine Luft, sein Licht, sein Profil, seine Farbe, sein Leben ..." Marc Chagall nannte sie gar das "Blaue Paradies". Die Villa Vella, die denkmalgeschützte Altstadt, wurde bereits im Mittelalter zum Schutz vor nordafrikanischen Piraten mit Mauern und Türmen umgeben. Schmale Gassen laden zu gemütlichen Spaziergängen ein, Restaurants und Cafés um die zentrale Plaça Pintor zum Verweilen. Im ehemaligen Gouverneurspalast an der Plaça Roig i Soler wurde das Museu Municipal (Stadtmuseum) eingerichtet, das vor allem durch die Abteilung zeitgenössischer Kunst mit Werken Chagalls besticht. Ein Paradies für Wasserratten sind mehrere saubere Strände, etwa die Platja d’Es Codolar und die Platja Gran an der Strandpromenade Passeig del Mar. |
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