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Beim Stichwort Algarve denkt man unweigerlich an Sonne, Strand und Meer. Mit fantastischen 3000 Sonnenstunden im Jahr und Temperaturen, die selbst im Winter selten unter 10 °C fallen, verspricht die südlichste Region Portugals Urlaubsgenuss pur. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass über zwei Drittel aller Portugal-Urlauber die Algarve als Ferienziel wählen. Nach Lust und Laune können sie die Sonne und das Meer an schroffen Steilküsten oder an ausgedehnten Sandstränden und Lagunen genießen. Und wenn die Sonne untergeht, beginnt in den unzähligen Kneipen, Bars und Diskotheken der Touristenzentren das Nachtleben. Ruhiger geht es im Hinterland zu: Inmitten ausgedehnter grüner Hügel, Obstplantagen und Korkeichenwäldchen breiten sich kleine Dörfer mit leuchtenden weißen Häusern aus. Immer wieder stößt man auf Relikte aus der Zeit, als die Mauren über den Süden Portugals herrschten. Hier, unweit der Küste, erlebt man eine völlig andere, ursprüngliche Seite der Algarve. Albufeira Das einstmals verschlafene Fischerdörfchen Albufeira ist heute das Touristenzentrum der Algarve und trägt wegen seiner unzähligen Kneipen, Bars und Diskotheken den Beinamen ”portugiesisches Saint-Tropez”. Der alte maurisch geprägte Ortskern mit seinen weiß getünchten Häusern, die sich auf Terrassen an die Felsen der Steilküste drängen, begeistert jedoch nicht nur Nachtschwärmer. Tagsüber warten ausgedehnte Strände mit bizarren Felsformationen und guten Wassersportmöglichkeiten auf sonnenhungrige Touristen. Unmittelbar an den östlichen Strandteil Albufeiras, an die Praia dos Barcos, schließt sich der malerische Fischerhafen an. Einen herrlichen Blick hat man vom Aussichtsplatz Miradouro de Ben Parece hoch über dem Ort. Von hier aus ist auch die bei einem schweren Erdbeben zerstörte und später neu errichtete gotische Capela da Misericórdia zu sehen. Sie gehört mit ihrem filigranen manuelinischen Portal und dem kuppelförmigen Chorschluss zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten Albufeiras. Cabo de São Vicente Das Cabo de São Vicente ist der südwestlichste Punkt Europas. Seinen Namen erhielt das Kap, weil hier der Legende nach Anfang des 8 Jhs. ein Schiff den Leichnam des heiligen Vinzenz von Valencia aus wegen der Invasion der Mauren nach sagres in Sicherheit brachte. Um 1160 wurde er dann nach Lissabon überführt. Auf dem Felskap, das sich über 60 m hoch aus dem Meer erhebt, befindet sich ein 24 m hoher Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer kilometerweit zu sehen ist. Wenn man Glück hat, erteilt der Wärter die Erlaubnis, den Turm über eine Wendeltreppe zu besteigen, sodass man dessen Prismen und die 3000-Watt-Birnen bestaunen kann. Auch die Aussichtsplattform gleich nebenan bietet einen wirklich atemberaubenden Blick über das windgepeitschte Meer und die Steilküste. Trotz des starken Windes blühen auf dem Cabo de São Vicente, das im Frühling und im Herbst von unzähligen Zugvögeln belagert ist, prächtige Wildblumen. Estói An der Ostalgarve, unweit der Regionalhauptstadt Faro, erstreckt sich auf einer Anhöhe das beschauliche Städtchen Estói. Hier kann man in aller Ruhe durch die verwinkelten Gassen der Altstadt schlendern und Einblicke in das Leben der Einheimischen gewinnen. Hauptattraktion ist der Palácio de Estói. Der prächtige Rokokopalast der Grafen von Estói stammt aus dem 18. Jh. und ist eine der wenigen großen Quintas im Süden Portugals. Die Parkanlagen wurden nach dem Vorbild barocker italienischer Gärten angelegt. Eingebettet in üppige Vegetation sind ein riesiger Springbrunnen, Statuen bekannter Persönlichkeiten wie Milton oder Garrett, Azulejos und römische Mosaiken. Letztere wurden bei Ausgrabungen in Milreu gefunden. Die 1877 freigelegten römischen Ruinen liegen nur wenige Kilometer westlich von Estói. Das wuchtige Gebäude des Palacio ist leider seit Jahren nicht zugänglich. Dies wird sich allerdings in nächster Zeit ändern, denn der Umbau zur Pousada ist geplant. Faro Seit 1756 ist Faro die Hauptstadt der Provinz Algarve. Die Metropole liegt direkt an einer Lagune, die durch Sandbänke mit ausgedehnten Stränden vor den Fluten des Atlantik geschützt ist. Obwohl Faro ein bedeutender Industriestandort ist, verbirgt sich hinter seinen historischen Mauern eine sehenswerte Altstadt mit einer belebten Fußgängerzone, eleganten Geschäften und kleinen Straßencafés. Den Mittelpunkt der Altstadt bildet die Sé. Nach einem Erdbeben im Jahre 1755 blieb von der gotischen Kathedrale lediglich der Eingangsturm mit seinen Spitzbogenportalen erhalten. 1760 machte man sich an den Wiederaufbau. Die Azulejos aus dem 18. Jahrhundert sind wirklich sehenswert. Über das Alltagsleben der Bewohner der Algarve informiert das Museu Ethnográfico Regional, das unter anderem Einblicke in die Arbeit der einheimischen Fischer bietet. An die maurische Vergangenheit Faros erinnert der Arco da Vila. Der Bogen des Burgtores wird von einem arabischen Portal, zwei ionischen Säulen und einer Statue des Stadtheiligen Thomas von Aquin geschmückt. Lagos Lagos war einst das Zentrum an der Westküste der Algarve. Hier wurde reger Handel mit Waren und Sklaven aus Afrika betrieben. Heute ist der Ort vor allem wegen seiner ausgedehnten Sand- und Felsstrände bei Urlaubern aus aller Welt beliebt. Doch Lagos begeistert auch mit seiner Altstadt und seinen unzähligen Cafés, Bars und Restaurants. Den Zauber der Altstadt macht nicht zuletzt die im 14.-16. Jahrhundert errichtete Stadtmauer aus. Vor allem der Abschnitt im Südwesten, den einige Türme verstärken, ist noch sehr gut erhalten. Beliebter Treffpunkt in Lagos ist der Parça Gil Eanes. Hier wurde eine Plastik des ”ersehnten” Königs Sebastião aufgestellt, der aufgebrochen war, um Nordafrika zu erobern, jedoch nie zurückkehrte. Zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört die Barockkirche Santo António, deren Innenraum mit prachtvollen vergoldeten Schnitzereien verziert ist. Loulé Inmitten von Weinbergen, Oliven-, Feigen und Orangenhainen erstreckt sich Loulé - Zentrum des Kunsthandwerks. Jeden Samstagmorgen drängen sich Einheimische wie Touristen vor den bunten Verkaufsständen rund um die Markthalle, wo vor allem Kunstgegenstände aus den örtlichen Werkstätten angeboten werden. Im Zentrum von Loulé stößt man immer wieder auf Relikte aus der Zeit, als die Mauren hier noch das Sagen hatten. So stammt auch das Castelo, die Burganlage, aus maurischer Zeit. Allerdings blieben von der ursprünglichen Anlage nur wenige Teile erhalten. Ein Abschnitt der Stadtmauer und einige Türme wurden jedoch restauriert und bieten nun einen herrlichen Blick über Loulé. In der kleinen Kirche Nossa Senhora da Conceição sind neben einem geschnitzten Altar auch die blauweißen Azulejos aus dem 18. Jahrhundert sehenswert. Westlich des Ortes thront auf einem Hüglel die bekannte Wallfahrtskapelle Capela de Nossa Senhora da Piedade, die jedes Jahr nach Ostern das Ziel einer großen Pilgerprozession ist. Parque Natural da Ria Formosa Unweit von Faro erstreckt sich eine ausgedehnte Lagunen- und Hafflandschaft - der Parque Natural da Ria Formosa. Zu diesem 18400 ha großen Naturpark mit unzähligen Fisch- und Vogelarten gehört auch das Umwelt- und Naturschutzzentrum Quinta de Marim. Hier finden in regelmäßigen Abständen verschiedene Ausstellungen rund um die Themen Natur und Umwelt statt, und die Besucher werden über die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Parque Natural da Ria Formosa informiert. Im Naturpark selbst werden einige traditionelle Arten der Landwirtschaft und des Fischfangs vorgeführt, die man sonst nur noch sehr selten zu sehen bekommt. So gibt es hier neben einem uralten Tunfischkahn die letzte Gezeitenmühle ganz Portugals zu bestaunen. Eine besondere Attraktion sind auch die Reste römischer Salzanlagen, die man bei Ausgrabungen im östlichen Teil des Parque Natural da Ria Formosa fand. Tavira Über 20 Kuppeln und Türme der verschiedensten Kapellen und Kirchen verleihen Tavira eine einzigartige Silhouette. Die eleganten Patrizierhäuser aus dem 18. Jahrhundert, die maurisch anmutenden Gassen und die Uferpromenade machen den an den Ufern des Rio Gilão gelegenen Ort zu einem der schönsten im Süden Portugals. Die Atmosphäre ist ruhig und authentisch, denn in Tavira hat der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten. Einen wunderschönen Blick über Tavira hat man von den Resten des maurischen Kastells Castro dos Mouros. Es wurde bei dem verheerenden Erdbeben 1755 stark beschädigt, jedoch zum Teil wieder aufgebaut. Auch die Kirche Santa Maria do Castelo nahm 1755 großen Schaden. Lediglich das gotische Portal ist von dem ursprünglichen Bau noch erhalten. Noch heute besuchen unzählige Pilger die Kirche, um der Muttergottes für die erfolgreiche Abwehr der Kastilier im Jahre 1337 zu danken. Ausgedehnte Sandstrände vereint die vorgelagerte Laguneninsel Ilha de Tavira. |
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