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Weiße Siedlungen in einer schwarzen Landschaft – die bizarre Schönheit Lanzarotes lässt niemanden kalt. Urgewalten - Feuer und Wasser - haben das Erscheinungsbild der Insel geformt. Ihre vulkanische Natur offenbart sie vor allem im Timanfaya-Nationalpark, den man auch per Dromedar erkunden kann. Das ausgeglichene, milde Klima bietet dem Urlauber das ganze Jahr über beste Bedingungen für zahlreiche Sportaktivitäten. Der Passatwind lässt die Herzen von Windsurfern und Wellenreitern höher schlagen, idyllisch gelegene Strände locken zum Sonnen und Baden, die Unterwasserwelt lädt zum Schnorcheln und Tauchen ein. Aber auch Radfahrer und Reiter, Gleitschirmflieger und Golfer müssen nicht auf ihr Hobby verzichten. Wanderer können u.a. reizvolle Touren durch das Weinbautal La Geria oder zu den Salinas del Río unternehmen. Abwechslung vom Strandleben bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, darunter Highlights aus dem vielfältigen Schaffen des Allroundkünstlers César Manrique wie das künstlerisch gestylte Höhlensystem Jameos del Agua oder sein ehemaliges Wohnhaus in Taro de Tahiche. Dem berühmten Sohn der Insel ist es zu verdanken, dass auf Lanzarote ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Ökologie geglückt ist. Arrecife In Arrecife, das 1852 zur Hauptstadt der Insel ernannt wurde, leben heute 45000 Menschen, was bei einer Gesamtbevölkerung der Insel von insgesamt 100000 Einwohnern fast die Hälfte aller Lanzaroteños sind. Dementsprechend quirlig und hektisch geht es in Arrecife zu. Die Regierung hat in den letzten Jahren durch bauliche Maßnahmen versucht, die Stadt für die Touristen attraktiver zu gestalten. Besonders die Strandpromenade, die liebevoll begrünt wurde, und die reizvolle Fußgängerzone laden zum Bummeln und Shoppen ein. Wer nach dem turbulenten Leben am Vormittag in den Einkaufsstraßen der Inselmetropole etwas mehr Ruhe sucht, findet sie im Stadtpark. Hier hat man die Möglichkeit, entweder durch den blühenden Garten zu schlendern oder einfach nur unter den Eukalyptusbäumen auf einer Bank zu sitzen. Das Archäologische und Ethnografische Museum der Insel, das in der 400 Jahre alten Festung Castillo de San Gabriel untergebracht ist, erreicht man zu Fuß über die Puente de las Bolas (Kugelbrücke). Teguise Teguise war bis 1852 die offizielle Hauptstadt der Insel, danach wurde das nur 10 km entfernte Arrecife zur neuen Hauptstadt von Lanzarote ernannt. Teguise ist die älteste Stadt auf Lanzarote und blickt auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Schon 1418 wurde die Stadt in den vermeintlich sicheren Ausläufern des Bergmassivs Risco de Famara gegründet. Dennoch blieb sie von zahlreichen Piratenüberfällen nicht verschont, die Callejón de la Sangre, "die Blutgasse", erinnert an jene Tage der Plünderungen und Übergriffe. Auch sonst bietet sich dem Besucher hier eine unverwechselbare Begegnung mit der Vergangenheit der Insel: Klöster, Paläste und wunderschöne Plätze laden zu Besichtigungen ein. Für all jene, die weniger an den historischen Bauten interessiert sind, bietet der jeden Sonntag stattfindende Markt eine Abwechslung. Wer die einzigartige Atmosphäre dieses Ortes genießen möchte, sollte an einem Wochentag nach Teguise fahren. Puerto del Carmen Puerto del Carmen ist Touristenzentrum Nummer eins der Insel. Mehr als die Hälfte aller Touristen, die Lanzarote besuchen, sind hier untergebracht, denn der Ort bietet alles, wonach ein Urlauber verlangt: Tagsüber locken die kilometerlangen Strände Playa Grande und Playa de los Pocillos mit ihrem goldgelben, feinkörnigen Sand und den vielen Schatten spendenden bunten Sonnenschirmen. Abends herrscht ein reges Treiben auf den Straßen rund um die hübsch bepflanzte Strandpromenade Avenida de las Playas. Hier finden sich in Hülle und Fülle Geschäfte, Bars, Diskos und Restaurants. Heimwehgeplagte können in großer Auswahl Speisen aus ihren Herkunftsländern bestellen, denn die Wirte haben sich den Wünschen der internationalen Gäste angepasst. Aber es gibt auch eine Vielzahl von Kneipen, in denen lokale Gerichte angeboten werden. Besonders empfehlenswert sind die Restaurants im alten Ortskern, da die Plätze im Freien schon allein wegen der stimmungsvollen Atmosphäre zum Verweilen einladen. Playa Blanca Die beiden kleinen Strände des Ferienortes Playa Blanca sind sehr geschützt und gelten daher als absolut familienfreundlich und locken auch verstärkt den sportlich aktiven Urlauber. Die durchgehende leichte Brise ist die ideale Voraussetzung zum Windsurfen, doch Vorsicht ist vor den unberechenbaren Atlantikströmungen geboten. Aber auch Sportarten wie Beachvolleyball, Tretboot fahren oder Jet Ski könnten auf dem Programm stehen. Außerdem muss man am Strand auf frisch gekühlte Getränke, Eis und Snacks nicht verzichten, denn die vielen Bars und Shops entlang der Promenade bieten alles in Hülle und Fülle an. Vor allem zur Mittagszeit und am späteren Abend bietet sich die schön gestaltete Promenade am Meer entlang zu einem Bummel an. Aber auch der Einsamkeitsfanatiker kommt hier auf seine Kosten. In Fußgängerentfernung vom Ort liegen hinter dem Jachthafen die berühmten, völlig naturbelassenen Papageienstrände. Jameos del Agua Die Vulkanhöhle Jameos del Agua ist eine der Hauptattraktionen der Insel und ein absolutes "Muss" für jeden Lanzaroteurlauber. Das Grottensystem befindet sich im Norden der Insel am Fuße des Vulkans Monte Corona. Die Jameos del Agua sind Teil eines 7 km langen unterirdischen Tunnelsystems, der größten Lavahöhle auf Lanzarote. Sie entstand beim Ausbruch des Vulkans Monte Corona, als die herabschießende Lava mit dem kalten Meerwasser in Kontakt kam. "Jameos" heißen die beiden großen Einsturzöffnungen, die sich dabei bildeten. Das einzigartige Naturdenkmal fand bis in die 1960er-Jahre wenig Beachtung und wurde zeitweise sogar als Müllkippe missbraucht. 1969 jedoch wurde das Höhlensystem von dem Architekten César Manrique in faszinierender Weise künstlerisch ausgestaltet. Seither sind ein Restaurant, eine Bar und sogar eine Disko in den unterirdischen Grotten untergebracht. 1976 wurde das Auditorium eröffnet, das nicht nur 600 Menschen fasst, sondern auch eine sehr gute Akustik bietet (Auditorium derzeit wegen Umbau geschlossen). Cueva de los Verdes Die Cueva de los Verdes steht in der Beliebtheitsskala der Lanzarote-Urlauber an oberster Stelle. Das Höhlensystem bietet auch "Nicht-Geologen" imposante Bilder der prähistorischen Vergangenheit. In den Höhlen hielt sich die Bevölkerung des 15.-17. Jahrhunderts vor Piratenüberfällen versteckt. Zahlreiche Funde aus dieser Zeit, die übrigens im Museo Arqueológico y Etnográfico in Arrecife zu bestaunen sind, geben ein lebhaftes Zeugnis von der Geschichte der Höhlen. Anders als die architektonisch ausgestalteten Jameos del Agua wurde die Cueva de los Verdes im Einklang mit der Natur touristisch erschlossen. Die verschiedenen Räume der Höhle werden nur durch farbenprächtige Lichtinstallationen von Jesús Soto indirekt ausgeleuchtet. Zu diesem unaufdringlichen, doch beeindruckenden Spektakel passt in unvergleichbarer Weise die musikalische Untermalung, die den Besucher beim Gang durch die Höhle begleitet. Haría Haría ist die nördlichste Gemeinde auf Lanzarote und noch "touristisches Entwicklungsland", was den Reiz der Region ausmacht. Die Bevölkerung ist hier zum größten Teil in der Landwirtschaft tätig und führt so noch ein relativ beschauliches Leben abseits der Touristenzentren. Deshalb bietet sich der Ort als Ausflugsort für jene Urlauber an, die noch etwas von der Ursprünglichkeit Lanzarotes kennen lernen möchten. Auf der Plaza León y Castillo, dem Hauptplatz von Haría, bekommt man in einem der Cafés landestypische Snacks und Getränke. Lediglich am Samstagvormittag belebt sich der Platz; afrikanische und einheimische Souvenirhändler bauen dann ihre Stände auf. Hat man sich für ein Mitbringsel entschieden, sollte man auf jeden Fall versuchen, um den Preis zu feilschen. Auf dem unscheinbaren Friedhof am östlichen Ortsrand liegt der berühmteste Inselbewohner, der Architekt César Manrique, in einem sehr schlicht gestalteten Grab, leicht zu erkennen an dem großen Lavabrocken, auf dem sein Name steht. La Graciosa Die per Fähre von Orzola nur 20 Minuten entfernte Insel La Graciosa – zu deutsch: die Anmutige – macht ihrem Namen alle Ehre. Touristisch ist die Insel (500 Einw.) kaum erschlossen, die Natur vollkommen unberührt. Also der richtige Platz für all jene, die statt eines komfortablen Hotels auch mit einer einfachen Unterkunft zufrieden sind. Die Insel kann man nur zu Fuß oder mit dem Mountainbike erkunden. König Juan Carlos erklärte La Graciosa 1986 zum Naturschutzpark. Jegliche touristische Ausbauvorhaben wurden damit glücklicherweise unterbunden. Im Hauptort Caleta del Sebo gibt es direkt am Hafen einige Restaurants. Wer sich entscheidet, einige Tage in einer der beiden Pensionen zu nächtigen, muss die Einsamkeit mögen. Die kleine Insel ist ein ideales Ziel für den Ruhe suchenden Individualtouristen oder für Tagesausflügler, die wunderschöne, einsame Strände lieben. Die Playa del Salado ist der reizvollste Strand der Insel, der im Vergleich mit dem idyllischsten Strand auf Lanzarote weitaus bessere Noten bekommen würde. Übrigens: Für eine Inselumrundung zu Fuß benötigt man circa acht Stunden. |
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