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Das reale Mexiko jenseits der Klischees von Filmmachos, Sombreros und Tequila ist eine fazinierende Welt der Genüsse: in tropischer Natur mit wüstenhaften Einsprengseln, an üppigen Tafeln romantischer oder mondäner Restaurants, in der Sonne Yucatáns sowie im Schatten geheimnisvoller Tempelanlagen. Aus vorspanischer Zeit stammen großartige Hochkulturen. So begeistern die restaurierten Zeremonialstätten der Tolteken in Teotihuacán, der Zapoteken in Oaxaca. In Uxmal, Chichén Itzá und Palenque begegnet man der Welt der Maya. Seine Kunstsammlungen und der Charme kolonialer Winkel macht Mexiko-Stadt besuchenswert. Daneben besitzt das Land berühmte Badeorte mit prickelndem Nightlife, z. B. Acapulco am Pazifik oder Cancún an der türkisblauen Karibik. Eine Topdestination der Taucher ist das zweitgrößte Barriereriff der Welt in Yucatán. Viele von den Spaniern gegründete Städte haben ihren kolonialen Charme behalten. Vor dieser reizvollen Kulisse spielt sich heute der mexikanische Alltag ab; auf Straßen und Märkten versuchen Händler, bunte Decken, Keramik, Maiskolben oder Zuckerwatte an den Mann zu bringen. Jenseits von Tacos und Tortillas am Straßenrand zaubert die Küche mit pikanten Schokoladesoßen, Bohnen, Fisch und allen Sorten Fleisch höllenscharfe oder kokosmilde Genüsse. Ciudad de México Wer mit dem Flugzeug anreist und auf einem Fensterplatz sitzt, kommt beim Landeanflug auf die mexikanische Hauptstadt zum erst einmal ins Staunen: So groß ist das Häusermeer. Kurz D.F. ("De Effe", Distrito Federal) nennen die Mexikaner ihre meist unter Smog schwer atmende Metropole, die nach offiziellen Angaben ca. 20 Millionen Einwohner zählt und nach Tokio die zweitgrößte der Welt ist. An der Plaza de la Constitucion (Platz der Verfassung) zeugen die Überreste des Templo Mayor noch von den Anfängen dieser faszinierenden Stadt. Gesäumt wird der auch Zócalo genannte Platz ferner von der sich stetig senkenden Catedral Metropolitana und dem Nationalpalast. In seinen Innenhöfen schildern Fresken von Diego Riviera den Untergang der Aztekenstadt Tenochtitlán, dem heutigen Mexiko-Stadt. Ideal für den Auftakt einer Mexiko-Reise ist der Besuch des Museo Nacional de Antropología, das anschaulich in die Geschichte der mexikanischen Ureinwohner einführt. Ausstellungshöhepunkt ist der aztekische Kalenderstein aus dem Jahre 1479. Teotihuacán Diese antike Anlage ist noch eines der großen Geheimnisse vergangener Kulturen. Niemand hat je ergründet, wer sie erbaut hat, von wem und warum sie zerstört wurde und wie das Leben dort ausgesehen hat. Menschen sollen hier angeblich zu Göttern werden - und angesichts der großartigen Architektur erscheint diese Vorstellung nur allzu plausibel. Selbst die Sonne hält sich an eine vorgegebene Choreografie, wenn sie zur Sommersonnenwende exakt vor der Frontseite der Pirámide del Sol untergeht. Deren Pendant, die Pirámide de la Luna, bildet das Ende des Rundgangs durch die spektakuläre Stadt und zudem hat man von hier aus einen fantastischen Überblick über die ehemals heilige Stätte. Verbunden werden Sonne und Mond durch die Straße der Toten, die den einzigen Weg durch die Anlage beschreibt. Eine Augenweide sind die Verzierungen im Templo de Quetzalcóatl, und das Wissen, dass all diese Schönheiten nur einen kleinen Teil der früheren Pracht darstellen, vermag die Bewunderung für sie in keiner Weise zu schmälern. Oaxaca Die gleichnamige Hauptstadt des Bundesstaates Oaxaca liegt 1500 m über dem Meer und fasziniert durch ihre koloniale Vergangenheit ebenso wie durch das indianische Erbe, das auch im Alltag zum Vorschein kommt. Besonders samstags, wenn Zapoteken, Mixteken und andere Vertreter der Urbevölkerung auf dem Mercado de Abastos ihre Ware feilbieten, kommt die Mischung der verschiedenen Kulturen zum Tragen. Mittelpunkt der Stadt ist die verkehrsberuhigte Plaza de Armas (Zócalo). Zahlreiche Cafés und Restaurants laden hier zum Verweilen ein. An ihrer Nordwestseite schließt sich die Alameda de Léon an, ein kleiner parkähnlicher Platz, auf dem Kunsthandwerk verkauft wird. Neben der wunderschön restaurierten kolonialen Architektur und den geschmackvollen Restaurants und Cafés ist das Centro Cultural de Santo Domingo der Höhepunkt Oaxacas. Untergebracht ist das Kulturzentrum in einem ehemals zur herrlichen Kirche Santo Domingo gehörenden Kloster. Es beherbergt neben einem botanischen Garten mit riesigen Kakteen eine Universitätsbibliothek sowie ein Museum, das präspanische Objekte aus den antiken Stätten rund um Oaxaca zeigt, darunter auch den Mixtekenschatz aus Grab 7 von Monte Albán - eine hervorragende Einstimmung auf einen Ausflug zu der ganz in der Nähe von Oaxaca liegenden archäologischen Stätte. Palenque Es gibt eigentlich nur einen Grund nach Palenque zu reisen, doch dieser rechtfertigt einen Abstecher in das Tiefland von Chiapas im üppig grünen Dschungel mehr als genug: Las Ruinas de Palenque. Die einstige Maya-Stadt umfasst 16 qkm, bis heute ist jedoch nur ein Bruchteil der Fläche freigelegt worden. Die Stadt war ab 100 v. Chr. besiedelt und erreichte von 600-800 n. Chr. ihre Blüte. In der Pyramide der Inschriften (Templo de las Inscripciones), dem höchsten Gebäude der Stätte, ist die Grabkammer von Pakal, dem Herrscher und Baumeister von Palenque zu sehen. Der Mittelpunkt der Hauptgruppe der Ruinen bildet der Palast - El Palacio. Das Gebäude besteht aus einem labyrinthartigen Komplex aus Gängen, Höfen und Kammern. Sein Turm diente wahrscheinlich als Beobachtungsturm oder Sternwarte. Hinter der faszinierenden Hauptgruppe warten weitere Ruinengruppen am Rand des dichten Regenwalds darauf entdeckt zu werden - Palenque ist durch seine Lage ein wahrhaft mystischer Ort. Ein reizvoller Fußweg führt von der Anlage zum Museum. Dieses ist zwar in einem modernen Bau untergebracht, jedoch wird die Historie der Maya-Stadt hier hervorragend dokumentiert. Uxmal Hier scheint der Regengott Chac die Herrschaft übernommen zu haben. An jeder Ecke begegnet man ihm, vor allem seiner Nase, die den Lauf des Wassers symbolisiert, einem in dieser Gegend raren Element, dem deshalb umso mehr Bedeutung beigemessen wird. Mitten in der Puuc-Region in sanftem Hügelland liegt Uxmal, eines der beeindruckendsten Beispiele der Puuc-Architektur, für die allerlei Verzierungen, Figuren und Reliefs charakteristisch sind. Ungewöhnlich und faszinierend ist die sog. Pirámide del Adivino, die Pyramide des Wahrsagers, die von nicht weniger als fünf übereinandergebauten Tempeln gebildet wird. Nebenan ist das atemberaubende Viereck der Nonnen erhalten, das einen Zeremonialplatz umschließt. Nirgendwo in Uxmal gibt es schönere Verzierungen: Vögel, Hütten und die unvermeidlichen Chac-Masken sowie ein herrliches Dachrelief aus zwei verschlungenen Schlangen. Über einen kleinen Ballspielplatz gelangt man zum wichtigsten Gebäude in Uxmal, dem Palacio del Gobernador mit seiner beeindruckenden Freitreppe. Chichén Itzá Bis heute ist Chichén Itzá voller Geheimnisse - für Archäologen wie für Besucher. Das mag daran liegen, dass in der alten Maya-Stätte gleich zwei verschiedene Kulturepochen auszumachen sind. Unverkennbar der Puuc-Stil der südlichen Gebäudegruppe und der Einfluss toltekischer Baukunst bei den nördlich gelegenen Bauten, die einige hundert Jahre später entstanden. Kaum jemand bleibt unbeeindruckt von der magischen Aura, die die Anlage ausstrahlt. Am besten verschafft man sich eine erste Orientierung im Eingangsbereich, wo an einem originalgetreuen Modell die Anordnung der Ruinen dargestellt ist. Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Bewunderung steht man dem sog. Castillo gegenüber (auch Pyramide des Kukulcán genannt), die der Gefiederten Schlange geweiht ist. Sehr eindrucksvoll sind auch der weitläufige Ballspielplatz und Tempel der Krieger mit der Statue des Gottes Chaac Mool. Vorbei am Caracol, der früher vielleicht als Sternwarte diente, gelangt man nach Chichén Vieja, wo die Ausgrabungen noch im Gang sind. Und jede Entdeckung zieht ein neues Rätsel nach sich. Taxco Mitten im Gebirge, der Sierra Madre Oriental, im Bundesstaat Guerrero liegt die Silberstadt Taxco. Ihre mit roten Ziegeldächern gedeckten Häuser zieren malerisch die Hänge. Durch etliche verwinkelte und steile Gassen gilt es sich durchzuarbeiten, will man bis ins Zentrum der Stadt, die Plaza Borda, gelangen. Im Häusergewirr bildet die im churrigueresken Barock erbaute Kirche Iglesia de Santa Prisca einen Fixpunkt. Einen besonders schönen und erlebnisreichen Ausblick auf Taxco hat man vom "teléferico", der Seilbahn, mit der man auf den gegenüberliegenden Monte Taxco fahren kann. Berühmt ist Taxco nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern auch für das viele Silber, das in unzähligen Läden zum Teil auch als Wiederverkaufsware für den gesamten mexikanischen Markt an den Mann gebracht wird. Von den Azteken erfuhren die Spanier im 16. Jh. von den immensen Erzfunden in der Gegend. Ein wahrer Silberrrausch setzte ein. Das Museo de la Platería dokumentiert diese Zeit und zeigt allerlei Kostbarkeiten aus dem wertvollen Material. Puebla Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates Puebla, 1531 gegründet und heute eine der größen Städte Mexikos, hat viel von ihrem kolonialen Charme bewahren können. Am 5. Mai 1862 fand hier die erfolgreiche Schlacht gegen die Franzosen statt, heute feiert Mexiko an diesem Datum den Nationalfeiertag. Puebla ist außerdem Namensgeber für die typisch mexikanische "mole poblano", eine Schokoladensauce, die zusammen mit Huhn gegessen wird: ein Nationalgericht. Und nicht zuletzt ist in Puebla das VW-Werk beheimatet, das für die unzähligen Käfer auf Mexikos Straßen verantwortlich ist. Mittelpunkt der Stadt ist die wunderschöne, mit Schatten spendenden Bäumen und allerhand Pflanzen angelegte Plaza de Armas (Zócalo). Von den Türmen der Kathedrale (17. Jh.) hat man eine fantastische Aussicht auf die Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl. Fast protzig wirkt die reich mit Gold verzierte Kuppel der Capilla del Rosario im Innern der Iglesia de Santo Domingo. Ebenso schön verziert, jedoch wurde hier ein ganz anderes Material eingesetzt, ist die Fassade der Casa del Alfeñique. Übersetzt bedeutet dies "Zuckerbäckerhaus", und tatsächlich wurde den ohnehin schmückenden Talaverakacheln mit dem Stuckwerk das Sahnehäubchen aufgesetzt. Im Innern ist das Regionalmuseum untergebracht. Acapulco Acapulco - das erinnert an vergangene Zeiten, das mondäne Leben, Exotik pur gepaart mit hohem Lebensstandard. Und nach wie vor ist sie etwas Besonderes, diese Riesenstadt mit ihren wunderbaren Stränden, diese gigantische Badeanstalt mit eigenem Flughafen. Das ultimative Highlight am Pazifik! Dass Ruhebedürftige ihren Aufenthalt hier nur kurz gestalten sollten, liegt auf der Hand, aber die Atmosphäre einmal zu schnuppern, garantiert unvergessliche Eindrücke. Legendär sind die mutigen Felsenspringer von La Quebrada. Ihre spektakuläre Akrobatik ist weltberühmt und die Klippen von La Quebrada sind extrem beeindruckend. Ganz anders und nicht weniger malerisch präsentiert sich Acapulcos Altstadt: kleine Läden und Cafés, mexikanische Familienbetriebe und lauschige Ecken voll kleiner Überraschungen, bunte Straßenmärkte und bezahlbare Restaurants - das andere Gesicht der pulsierenden Metropole. Das Fuerte de San Diego, ein Fort aus dem 16. Jh., dokumentiert heute in seiner Eigenschaft als Museum die Geschichte der Stadt, ihre Handelspartner und alles über das Piratenleben. Cancún Ein kunstvoll errichtetes Paradies gespickt mit natürlichen Schönheiten - so könnte man man Cancún, das ehemalige Fischerdorf auf der Halbinsel Yucatán, beschreiben. Fantastische Strände, ein Traum von Blau- und Grüntönen das Meer, einzigartige Tauchreviere - wen wundert's, dass die Tourismusindustrie hier alle Register zieht. Genau genommen ist es die Isla Cancún, die lang gezogene, mit dem Festland durch zwei Brücken verbundene Insel, die die Besucher anzieht. Denn hier haben luxuriöse Hotels die schönsten Badestrände reserviert; im alten Ortskern auf dem Festland bekommt man vom Touristenrummel wenig mit. Wie fast überall in Mexico haben auch auf der Insel Cancún die Maya ihre Spuren hinterlassen, wovon die Besichtigung von El Rey am Südende der Insel ein beredtes Zeugnis ablegt. Cancún vorgelagert ist die Isla Mujeres, deren Charme sich erst richtig am Abend entwickelt, wenn die Tagesausflügler verschwunden sind und die kleine Insel den Bleibenden gehört. Romantiker statten den Ruinen der Hacienda Mundaca einen Besuch ab - sie war angeblich ein Liebesbeweis des gleichnamigen Piraten. |
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