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Kilometerlange feine Sandstrände, waldreiche Gebirgszüge, weite Mais- und Weizenfelder prägen das Land an der Schwarzmeerküste. Doch Bulgarien hat weit mehr zu bieten als seine Sonnenstrände und eine große landschaftliche Vielfalt!
Thraker, Griechen, Makedonen, Römer und Byzantiner haben ebenso wie die osmanischen Herrscher in vielen Orten bewundernswerte Bauten hinterlassen. Kunst früherer Jahrhunderte füllt die Museen, ein Schaschlik den Magen. Die bäuerliche Küche gewinnt Aroma durch viele Kräuter und Gemüse, am Meer steht Fisch obenan. Der Charme der engen, idyllischen Gassen und schmucken Holzhäuser aus dem 19. Jh. sowie die Kunst der aus dem Mittelalter stammenden Klöster und Kirchen lockte seit langem die Künstler nach Plovdiv. Ähnlich winkelig sind auch die alten Kerne von Veliko Tarnovo und Nessebar. Horte der Kunst sind ferner die Klöster Rila und Backovo, die Schätze der Küste hingegen liegen den Touristen zu Füßen: Schwarzmeersand mit viel Trubel ringsum etwa im Seebad Sonnenstrand. Sofia Bulgariens Hauptstadt hat eine wechselvolle Geschichte erlebt: Von den thrakischen Serden wurde sie im 5. Jahrhundert v. Chr. als "Serdica" gegründet. Die Römer und andere fremde Völker haben die Stadt mehrmals erobert und zerstört. Heute ist Sofia das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes, hat rund 1,2 Mio. Einwohner und kämpft gegen die typischen Probleme einer modernen Metropole: Arbeitslosigkeit und Verkehrschaos. Doch wartet Sofia dank eines reichen kulturellen Erbes auch mit vielen reizvollen Zügen auf: die schöne Innenstadt etwa, mit ihren Monumenten, Grünflächen, internationalen Restaurants und Straßencafés. Oder das vielseitige Kulturangebot: Museen und Galerien, in denen neben der klassischen Moderne auch die Avantgarde zu Hause ist; daneben großartige Konzert-, Opern- und Theateraufführungen sowie die weltberühmten Chöre. Und wenn es einmal in der Stadt zu heiß wird, kann man sich im nahen Vitosha-Gebirge erfrischen und erholen. Backovo-Kloster (Backovo-Manastir) Bulgariens zweitbedeutendstes - doch keineswegs zweitrangiges - Kloster wurde 1083 von den georgischen Brüdern Bakuriani gegründet. Es schmiegt sich etwa 30 km südlich von Plovdiv in eine grüne Hügellandschaft und ist nach wie vor von Mönchen bewohnt. Auch dieser Konvent musste nach Verwüstungen mehrfach instand gesetzt werden. Er besteht aus einzelnen Gebäuden, die sich um zwei verschieden große, blumengeschmückte Innenhöfe versammeln und war dank seines Landbesitzes einmal weitgehend unabhängig. Erst im 14. Jahrhundert gelangte die Abtei endgültig in die Hand der bulgarischen Kirche. Einst - neben dem Rila-Kloster - religiös-kulturelles Zentrum des Landes, birgt die Anlage Haupt- und Nebenkirchen mit überragendem Freskenschmuck. Diese Werke von Meistern des 11. bis 19. Jahrhunderts lassen Kunstgeschichte lebendig werden, dokumentieren sie doch den Wandel in Auffassung und Stil religiöser Szenen über mehr als 800 Jahre. Im Juli und August fallen hier die Besucherscharen ein, sonst liegt Frieden über dem Ort. Nessebar Nur durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist das alte Städtchen Nessebar auf einer 850 Meter breiten und 300 Meter langen Halbinsel. Man kann nur zu Fuß in den Ort hinüber und hat so die Möglichkeit, ohne Verkehrslärm bei einem idyllischen Spaziergang die von den Resten eines mächtigen Mauerrings umzogene Altstadt mit ihren 40 mittelalterlichen Kirchen (4./5. bis 14. Jahrhundert) zu besichtigen.Vielfach sind die Kirchen umgewidmet, dienen heute profanen Zwecken, etwa als Kunstgalerien. Die Attraktivität Nessebars bringen auch die zahllosen Cafés und Verkaufsstände zum Ausdruck. Einer der Höhepunkte ist die Kirche des Christus Pantokrator (“Weltenherrscher”) aus dem 13./14. Jahrhundert, mit ihrem Farbwechsel aus Natursteinblöcken und Ziegelmauerwerk in der reich gegliederten, keramikgeschmückten Fassade. Auch Johannes-Aliturgetos präsentiert sich rot-weiß-gestreift, die Kreuzkuppelkirche entstand im 14. Jahrhundert. Den schönsten Innenraum besitzt die Neue Metropolitenkirche, Sveti Stefan: Auf rund 600 m2 wurden - immer um die Gottesmutter gruppiert - im 16. bis 18. Jahrhundert über 1000 Figuren gemalt. Plovdiv Die Stadt der Künstler, Festivals und Fachmessen bedeckt sechs Hügel zu beiden Seiten des Flusses Mariza. Als jungsteinzeitliche Siedlung angelegt, erlebte die aufstrebende Stadt unter Makedonen und Römern eine wechselvolle Geschichte. Später geriet sie zum Zankapfel zwischen Bulgaren, Byzantinern und Osmanen, die 1364 erst einmal für Ruhe sorgten und eindrucksvolle Moscheen wie die Dshumaja (im Zentrum) hinterließen. Erst 1885 wurde Plovdiv endgültig dem Fürstentum Bulgarien zugeschlagen. In seiner Altstadt werden die einzelnen Epochen der bulgarischen Geschichte lebendig. Heute ist Plovdiv mit rund 340 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bulgariens und ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Die bezaubernde historische Altstadt, seit über 100 Jahren Anziehungspunkt für Künstler, steht unter Denkmalschutz. Ein Bummel führt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten, darunter eindrucksvolle Sakralbauten wie die 1844 erbaute Kirche der hl. Gottesmutter, etliche reizvolle Bürgerhäuser, heute Museen, und nicht zuletzt das teilrestaurierte und wieder für Freiluftaufführungen und Konzerte genutzte Römische Theater. Rila-Kloster (Rila-Manastir) Das auf 1147 Metern Höhe in herrlicher Berglandschaft gelegene bulgarische Nationalheiligtum zählt seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe - und das nicht von ungefähr! Im 10. Jahrhundert vom Eremiten Ivan Rilski gegründet und somit Bulgariens ältester Konvent, wurde das Kloster bald zu einem Zentrum des religiösen und geistig-kreativen Lebens. Durch Überfälle, Plünderungen und Brände stark beschädigt, erhielt der Komplex nach 1816 allmählich sein heutiges Gesicht. Ältester erhaltener Teil ist der Chrelijo-Turm im Innenhof, 1335 von Fürst Dragovol Chrelijo errichtet. Das bedeutendste Monument der von hohen Mauern umzogenen Anlage ist die dreischiffige Kreuzkuppelkirche Sveta Bogorodiza, die mit Tausenden von religiösen und geschichtlichen Darstellungen geschmückt ist, Werken der größten Künstler ihrer Zeit. Wer dem täglichen Besucheransturm ausweichen und am Klosterleben ein wenig teilhaben möchte, kann im Gästehaus der Abtei Quartier nehmen. Am frühen Morgen ist am ehesten noch mit klösterlicher Ruhe zu rechnen. Bevor man das Kloster besichtigt, sollte man auf einen der umliegenden Hügel steigen und den herrlichen Komplex von oben betrachten. Seebad Sonnenstrand (Slantschev Brjag) Eingebettet in sattes Grün mit einer herrlichen Bucht, deren Halbrund sich nach Osten öffnet, so präsentiert sich Bulgariens größtes Seebad Sonnenstrand an der südlichen Schwarzmeerküste. Der mehr als sechs Kilometer lange, feinsandige Strand ist bis zu 60 Meter breit. Baden kann man in dem sauberen, klaren Wasser von Mai bis Oktober, die Statistik weist über 1700 Sonnenstunden aus. Stets weht eine leichte Brise, so wird es auch im Hochsommer nicht unerträglich heiß, die Durchschnittstemperatur liegt bei 27 ° C. Das 1959 errichtete und seitdem konsequent erweiterte Seebad Sonnenstrand ist ein Paradies! Vor allem für Kinder, die sich am nur allmählich abfallenden Strand gefahrlos austoben können - und für ihre Eltern, die die Aufsicht und Betreuung des Nachwuchses stundenweise erfahrenen Kindergärtnerinnen anvertrauen können, um selbst vom vielfältigen Sportangebot Gebrauch zu machen oder sich ins gleichfalls reichlich vorhandene Nachtleben zu stürzen. Wer es ruhiger haben möchte, findet weiter südlich mit Pomorie und Sozopol beschauliche Hafenstädte. Veliko Tarnovo Die mittelalterliche Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches zieht sich über mehrere Hügel, viele Häuser krallen sich an die steilen Hänge, in der Tiefe schlängelt sich die Jantra. Zentrum des heutigen Veliko Tarnovo, mit seinen 70 000 Einwohnern ein moderner Industriestandort, ist jedoch sein mittelalterlicher Stadtkern, der drei Hügel bedeckt. Die trutzige Festung mit der Patriarchenkirche Christi Himmelfahrt beherrscht den Zarevez-Hügel, hier residierten einst Zar und Kirchenoberhaupt. Im Stadtviertel Assenova lohnen etliche eindrucksvolle Kirchen den Besuch, darunter Sveti Dimiter. Südlich und westlich des Trapesiza-Hügels trifft man auf einige Bauten des bedeutenden bulgarischen Architekten Kolju Fitschev, wie den Türkischen Konak (“Rathaus” der Osmanen) und die Kirche Sveti Konstantin i Elena. Thrakisches Grabmal von Kazanlak (Trakijskata Grobniza) Kazanlak im Tal der Rosen, wo seit Urzeiten das kostbare Duftöl produziert wird (Souvenir!), eine alte thrakische Siedlung, ist heute eine 60000-Einwohner-Stadt mit interessanten Museen und Galerien. Die Hauptattraktion liegt jedoch nordöstlich, auf dem Tjulbeto-Hügel, und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der letzten Ruhestätte eines thrakischen Herrschers aus dem 4./3. Jahrhundert v. Chr. führt vom Vorhof ein Gang in die runde, überkuppelte Grabkammer. Gangwände und Kuppel der eindrucksvollen Anlage sind mit Fresken verziert, die Wölbung zeigt ein junges Herrscherpaar, umgeben von Dienerschaft und Pferden, beim Abschied aus dem Diesseits. Der künstlerische Wert der Darstellungen wie auch der Erhaltungszustand von Architektur und Wandmalereien sind herausragend - damit das so bleibt und das Grabmal unter dem Besucherandrang keinen Schaden nimmt, hat man das Original-Grabmal geschlossen und für Besucher nebenan eine originalgetreue Kopie errichtet. |
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