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Die türkische Westküste ist eines der schönsten Reiseziele am Mittelmeer. Abgelegene Buchten mit klarem türkisfarbenem Wasser und sauberen Sandstränden wechseln sich harmonisch mit Landschaften ab, denen Olivenhaine, heiße Quellen, Feigenbäume, Schafherden und roter Klatschmohn ihren Reiz verleihen.
Die im Juli und August 23°C warme Ägäis ist ein Paradies für Wassersportler und Badeurlauber. Weltbekannte kulturelle Glanzlichter aus griechischer, römischer, christlicher und osmanischer Zeit zeugen davon, dass die Region eine der Wiegen unserer Kultur ist. Elegante Moscheen, mächtige Zitadellen, guterhaltene Tempel, alte Wohnhäuser aus Holz und erholsame Bäder versprechen viel Abwechslung. Lebendig wie eh und je ist das reichhaltige, traditionelle Kunsthandwerk, das in den geschäftigen Gassen der Basare feilgeboten wird. Neben großartigen Kunstschätzen und einer attraktiven Naturlandschaft machen nicht zuletzt die exzellente Küche und die Gastfreundschaft der Bevölkerung einen Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Didyma 120 gigantische Säulen mit einem Durchmesser von 2 m und einer Höhe von annähernd 20 m auf einem siebenstufigen, 5 m hohen, 51 m breiten und 109 m langen Unterbau: Dies sind die beeindruckenden Maße des Apollontempels von Didyma, einem der größten Sakralbauten der klassischen Antike. Die heute sichtbaren Reste stammen vom neuen Tempel, der im 4. Jh. begonnen und trotz großzügiger Spenden hellenistischer Herrscher und römischer Kaiser nie vollendet wurde. Bereits in der Bronzezeit im 2. Jt. v. Chr. zog eine kleine Quelle an dieser Stelle Gläubige an. Seine große Blüte erlebte der Apollonkult ab dem 6. Jh., als die Branchiden genannten Priester rätselhafte, mehrdeutige Weissagungen in Versen aussprachen. Ab dieser Zeit stand Didyma, das Herrscher aus der ganzen antiken Welt um Rat befragten, in ernsthafter Konkurrenz zum Orakelheiligtum von Delphi. Erst mit dem Erstarken der neuen Lehre des Christentums in der Spätantike verlor der Kult seine einstige Bedeutung. Ephesos “Erste und größte Metropole Asiens” nannte man Ephesos stolz in der Antike. Vorzüglich erhaltene und restaurierte Paläste, Gymnasien, Bäder, Theater, Villen, Tempel, Wohnhäuser und Bordelle sind noch zu besichtigen. Erst im 3. Jh. n. Chr., als der große Handelshafen versandete und die Goten Anatolien verwüsteten, ging der Stern der reichen Stadt mit dem weltbekannten Artemision, einem der sieben Weltwunder, allmählich unter. Größte Attraktion im Stadtzentrum ist die zweigeschossige Bibliothek des Celsus, die im 2. Jh. n. Chr. vom römischen Statthalter der Provinz Asia gestiftet und mit Statuen und unzähligen Pergamentrollen glanzvoll ausgestattet wurde. An der Kuretenstraße, der Hauptverkehrsader von Ephesos, errichtete man den kleinen, aber wohlproportionierten Hadrianstempel zu Ehren des römischen Kaisers. Seine Reliefs stellen die Gründungslegende der Stadt dar. Das Große Theater aus dem 3. Jh. v. Chr. erweiterte man in der frühen Kaiserzeit beträchtlich, um 24000 Zuschauern Platz zu bieten. Milet Das in einer Tiefebene gegründete Milet war vom 8.-6. Jh. v. Chr. das wirtschaftliche, künstlerische und wissenschaftliche Zentrum der türkischen Westküste. Hier florierte der Handel, diskutierten Philosophen wie der berühmte Thales über die Gesetze der Mathematik und Natur, von hier aus gründete man etwa 70 Kolonien am Mittel- und Schwarzen Meer. Eine herrliche Aussicht auf das Ausgrabungsgelände bieten die obersten Ränge des Theaters, das in seiner heutigen Form aus der Zeit Trajans (2. Jh. n. Chr.) stammt. Die Sitzreihen für 15000 Zuschauer sind in der unteren Hälfte in einen natürlichen Hang gegraben, im oberen Teil aufgemauert. Einen guten Einblick in die Funktionsweise römischer Badeanlagen vermitteln die Thermen der Faustina mit einer Abfolge von Umkleidekabinen, Kalt-, Lau-, Heiß- und Schwitzbädern sowie Heizräumen. Inmitten der Ruinen erhebt sich die Ilyas Bey Camii, eine Moschee aus seldschukischer Zeit mit eigener Koranschule und Wohnzellen für die Studierenden. Pamukkale Das antike Hierapolis wurde im 2. Jh. v. Chr. von Pergamon aus gegründet und entwickelte sich in der römischen Kaiserzeit zu einem der bekanntesten Kurorte Kleinasiens. In ihm soll der Apostel Philippus gestorben sein. Weltbekannt machten Pamukkale (“Baumwollburg”) schneeweiße, in Stufen über 100 m ansteigende Sinterterrassen, die eines der beliebtesten Fotomotive in der Türkei sind. Sie bilden breite, eindrucksvolle Becken, die heute wegen der Tritterosion nur noch barfuß und in einem abgegrenzten Teil betreten werden dürfen. Sie entstanden durch 35 Grad warme, stark kalkhaltige Quellen, die beim Herabfließen den gelösten Kalk ablagern. Darüber breiten sich die Reste der antiken Stadt mit der großen Nekropole aus. Vom einfachen Steingrab über reliefierte Sarkophage und Grabhügel bis zu reich verzierten Grabtempelchen lässt sich eine Vielfalt an Bestattungsformen unterscheiden. In den weiten Sälen der Thermen zeigt das Archäologische Museum Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus römischer Zeit. Pergamon Unweit der Stadt Bergama erhebt sich auf einer hohen Akropolis die glanzvolle Residenz des zwar kleinen, aber einflussreichen Königtums der Attaliden, eines der Nachfolgereiche Alexanders des Großen. Zu einem Zentrum antiker Gelehrsamkeit entwickelte sich die große Bibliothek, die mit mehreren 100000 Pergamentrollen neben Alexandria die bedeutendste der antiken Welt war. Zwei Umgänge gliedern die 80 Sitzreihen des Theaters in drei Ränge, von denen man einen wunderbaren Blick in die Landschaft genießt. Das vorzüglich restaurierte Traianeum ist ein von Säulenhallen gesäumter Platz mit einem hohen Podiumstempel. Er wurde für den Herrscherkult Trajans und Hadrians mit überlebensgroßen Statuen der Kaiser im Innern versehen. Jenseits des Flusses Üç Kemer Çayi liegt das Asklepieion, eines der berühmtesten Sanatorien der Antike. In diesem dem Heilgott Asklepios geweihten Heiligtum, das Behandlungsräume, Theater, Wandelhallen, Bäder, Rundtempel und die Heilige Quelle vereint, wirkte der bekannte Arzt Galen. Priene Priene wurde am Fuß eines mächtigen Felsmassivs im Schachbrettmuster von dem Architekten Hippodamos aus Milet angelegt, nach dem die hippodamische Städtebauweise benannt wurde. Da die Stadt in der folgenden römischen Zeit kaum verändert wurde, vermittelt sie heute einen guten Eindruck vom Alltag in einer griechischen Stadt des 4. Jhs. v. Chr. Mittelpunkt des religiösen Lebens war der Tempel der Stadtgöttin Athena, von dem fünf Säulen wieder errichtet wurden. Die tiefen Rillen an der Frontseite rühren von den einst 8 m hohen, schweren Flügeltüren, die die Cella mit dem kostbaren Kultbild verschlossen. Die 75 x 35 m große Agora (Marktplatz) begrenzen der Zeustempel, das quadratische Bouleuterion (Rathaus) mit steil ansteigenden Sitzreihen und die Stoa (Heilige Halle) für Kulthandlungen. Im Theater kann man auf fünf Ehrensitzen des untersten Ranges Platz nehmen. Dort fanden auch Volksversammlungen statt, wie die Reste einer Wasseruhr bezeugen, die die Sprechzeit der Redner begrenzte. Selçuk Das auf dem hohen Burgberg Ayasoluk gelegene Selçuk war nach der Zerstörung von Ephesos durch die Goten im 3. Jh. das kulturelle Zentrum der Westtürkei in frühchristlicher Zeit, bis es selbst im 7. und 8. Jh. von Arabern geplündert wurde. Einer der größten Sakralbauten des Byzantinischen Reiches war die Johannesbasilika, von der heute nur noch Ruinen sichtbar sind. Im 6. Jh. von Kaiser Justinian über dem mutmaßlichen Grab von Johannes dem Evangelisten errichtet, blieb sie bis ins 11. Jh. mit ihrer prächtigen Marmorausstattung unversehrt. Für den 110 m langen, kreuzförmigen Bau mit sechs Kuppeln wurde der Berg künstlich mit Terrassen erweitert. Größte Attraktion der reichhaltigen Sammlung des Archäologischen Museums sind die Artemisstatuen aus Ephesos. Archäologen rätseln noch immer, ob ihre Fruchtbarkeitssymbole weibliche Brüste oder Stierhoden darstellen. Die Isa-Bey-Moschee aus dem 14. Jh. am Fuß des Ayasoluk bezaubert mit einem schönen Stalaktitenportal und dem stimmungsvollen Gebetssaal. Izmir Die wichtigste Groß- und Hafenstadt der Westküste ist sicher kein typisches Touristenziel. Aber gerade die ungeschminkte Alltagsszenerie zwischen anatolischer Tradition und abendländischer Moderne macht den Reiz Izmirs aus. Seine Blütezeit erlebte das lange Zeit griechische Smyrna bereits im 1. Jt. v. Chr. Aufgrund mehrerer großer Erdbeben und dem letzten Großbrand von 1922 besitzt die Stadt kaum noch nennenswerte historische Sehenswürdigkeiten. Die größte Attraktion Izmirs ist der Bazar Kemeralti mit seinen engen und mit pulsierendem Leben gefüllten Gassen. Den Spaziergänger empfängt die faszinierende orientalische Marktatmosphäre, geboten wird eine unglaubliche Vielfalt der unterschiedlichsten Läden und Gerüche. Einen Besuch wert sind auf jeden Fall das Archäologische Museum mit seinen zahlreichen Exponaten aus den antiken Stätten der Ägäisregion und das Ethnographische Museum gegenüber, in dem der Besucher eine Menge über das Alltagsleben im 19. Jh. erfährt. Erholung und Unterhaltung für jedermann bietet der Kulturpark, eine Grünanlage mit Restaurants, Teegärten, einem kleinen Zoo und einem See. Gegen Ende des Tages wird es im Stadtteil Alsancak so richtig lebendig. In den Boutiquen, Restaurants, Bars und Nightclubs frönt man dem westlichem Lebensstil. Marmaris Als "Perle der türkischen Mittelmeerküste" bezeichnet sich nicht ohne Stolz der nach einem großen Erdbeben im Jahr 1958 völlig neu entstandene Ort. An der weiten, offenen Bucht entstand ab 1970 im Schutz der nach Pinien und Oleander duftenden Hügel ein modernes Urlaubszentrum, das hinsichtlich eines sportlichen, aber auch vergnügungssüchtigen Publikums keine Wünsche offen lässt. Dieser Entwicklung trug auch der Bau des größten Jachthafens der türkischen Ägäis, der Netsel Marina, Rechnung, wo man schicke Restaurants und Boutiquen findet. Besonders verlockend ist es, über die von Palmen gesäumte Uferpromenade zur herausgeputzten osmanischen Burg Marmaris Kalesi, in der sich auch ein kleines archäologisch-ethnographisches Museum befindet, zu bummeln. Im Schatten der Uferpromenade liegen in unmittelbarer Nähe eines hübschen Basars diverse Restaurants und Diskos. Ohne Übertreibung darf behauptet werden, dass die Strände auf der Halbinsel Cennet Adasi zu den besten der gesamten türkischen Ägäis gehören. Bodrum Vor der Kulisse der tiefblaugrünen Ägäis staffeln sich die weißen Kubenhäuser des bekanntesten Ferienortes an der Südwestküste im Schutz der Kreuzritterburg St. Peter auf einer Halbinsel. Aufgrund seines lockeren Lebensstils und seiner internationalen, hauptsächlich jüngeren Gäste gilt Bodrum seit Jahren als beliebtester Treff eines erlebnishungrigen Publikums. Waren es anfänglich nur die Superreichen der türkischen High-Society, die aus dem einstmals verschlafenen Fischerdorf ein begehrtes Urlaubsdorado machten, geben heute an den Stränden, in den Bars und den Diskotheken in den langen, heißen Sommernächten die Pauschaltouristen den Ton an. Fürst Mausolos II. beherrschte von Bodrum aus im 4. Jh. v. Chr. die gesamte Küste und ließ sich hier sein berühmtes Grabmal errichten, von dem heute allerdings nur noch die Fundamente zu sehen sind. Im Mittelalter war der Platz aufgrund seiner strategischen Lage immer wieder heftig umkämpft. Sowohl Griechen als auch Perser, Römer und Kreuzritterheere lieferten sich bei Bodrum heftige Schlachten. Heute lockt in der charmanten Altstadt ein Basarviertel. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt die trutzige Festung St. Peter. Dort ist auch ein sehenswertes Archäologisches Unterwassermuseum untergebracht. |
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